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Gefangenname acht türkischer Soldaten

21.10.07 bis 04.02.08

ANF, 26.10.2007, Vier der acht im Gebiet Oremar bei einem Gefecht von der HPG in Gefangenschaft genommenen Soldaten der türkischen Armee haben in von Roj TV ausgestrahlten Filmaufnahmen erklärt, es gehe ihnen gut und ihre Angehörigen sollten sich keine Sorgen um sie machen. An den Staat richteten sie den Aufruf, man solle sich an einen Tisch setzen und über eine Lösung reden, weil Waffen keine Lösung darstellten.

So bestätigte der aus Adana stammende Halis Tan in den Abendnachrichten, einschließlich seiner Person seien acht Soldaten gefangen genommen worden. „Wir werden hier gut behandelt, wir sind in Ordnung. Macht euch keine Sorgen um uns. Ich wende mich an die Bürokraten des Staates: Dieses Problem lässt sich mit Waffen, mit Krieg nicht regeln. Man muss sich hinsetzen und menschliche Entscheidungen treffen. Ich möchte in der Türkei mit allen geschwisterlich leben. Ich will nicht, dass anderen zugefügt wird, was wir nicht wollen, das es uns zugefügt wird. Uns geht es gut. Sie sind gastfreundlich, hilfsbereit. Alles andere bleibt dem Staat überlassen.“

Ramazan Yüce aus Mardin gab an: „Sie verhalten sich wie Geschwister. Nicht so, wie es uns erzählt worden ist. Wir haben die Realität gesehen. Mit Gottes Hilfe werden wir zurückkommen. Wir richten uns insbesondere an die Großen im Staat: Das Problem lässt sich nicht mit Waffen lösen. Weder die Mütter von Soldaten noch die der Guerilla sollen weiter weinen. Soll Erdogan kommen und sehen, was das Militär ist. Ich richte mich auch an den Bataillonskommandanten, der uns nicht nachgekommen ist. Wenn er uns keine Unterstützung geschickt hat, werde ich mich soweit wie möglich von der türkischen Armee entfernen.“

 

PKK: Gefangenenübergabe durch türkische Angriffe erschwert

Wie Murat Karayilan (KCK) erklärt hat, sei die Übergabe der von den HPG am 21. Oktober gefangen genommenen acht Soldaten der türkischen Armee zur Zeit dadurch erschwert, dass die türkische Armee das Gebiet, in dem sie sich befinden, angreife. Darüber hinaus habe der türkische Staat eine Freilassung seiner Soldaten nicht gefordert. „Die Angehörigen der gefangenen Soldaten können beruhigt sein. Solange sie sich unter der Kontrolle der PKK befinden, sind sie in guten Händen.“ Eine erniedrigende Behandlung oder Belästigungen seien ausgeschlossen, so Karayilan. „Unser Volk weiß nur zu gut, wie sich der türkische Staat gegenüber Guerillakämpfern verhält, die lebend in seine Hände fallen. Nach wie vor ist bei vielen Kämpfern, die lebend gefangen genommen worden sind, unklar, was aus ihnen geworden ist.“

Es gebe Aufrufe aus verschiedenen Kreisen, die Gefangenen freizulassen. „Ich denke, es wird bald zu einer Lösung kommen. Dafür müssen nur passende Wege und Methoden geschaffen werden. Von einer einfachen Freilassung kann nicht die Rede sein, weil sie sich im Kriegsgebiet befinden. Wenn dafür gesorgt wird, dass die Angriffe aufhören, sind die Bedingungen für eine Übergabe besser.“

Quelle: Gündem, 28.10.2007, ISKU

 Wie netkurd heute meldete, die sich hier auf türkische Quellen berufen, hat der Oberste Gerichtshof (DMG) alle 8 gestrigen von der PKK freigelassenen Soldaten angeklagt. Die Anklageschrift lautet auf „Verrat am Vaterland“ und fordert eine lebenslange Freiheitsstrafe. Nach Auffassung des DMG sollen die Soldaten gegen das Gesetz der Türkei verstoßen haben. Da sich die Soldaten den Guerillas ergaben und nicht bis zum Tode gegen sie kämpften, hätten sie damit ihr Vaterland verraten. Sofort nach deren Ankunft wurden alle 8 Soldaten in Gewahrsam genommen und verhört.
Der türkische Verteidigungsminister Cemil Cicek sagte heute, dass die Soldaten auch ohne der Hilfe der DTP-Abgeordneten freigekommen wären und betrachtete diese Tat als Verrat.
Mehmet Ali  Şahin, der türkische Justizminister, ließ heute verlauten, dass er über die Freilassung der türkischen Soldaten gar nicht erfreut sei, da sich ein türkischer Soldat keinem Terroristen ergeben würde. In ähnlicher Weise äußerten sich auch einige türkische Offiziere über die Freilassung.
Angehörige der Soldaten zeigten sich über die Aussagen der Minister schockiert.

Diese Meldung erinnert einem eher an russische Zeiten unter Stalin. Auch er hatte damals russische Soldaten in die Verbannung nach Sibirien geschickt, die während des Zweiten Weltkrieges in deutsche Gefangenschaft gerieten. Stalin war damals der Meinung, dass die Soldaten durch den Aufenthalt in Deutschland mit der deutschen Ideologie infiziert worden wären, den man wieder ausmerzen muss.

 06.11.2007

 

 

 

 

Die türkischen Medien haben bewusst, die DTP-Abgeordneten die die Aufgabe auf sich genommen die Soldaten wieder nach hause zu führen, zum Ziel gemacht.
Sowohl die AKP als auch die anderen Parteien (MHP und CHP) haben schon längst Tugluk zum Verräterin erklärt.
Ahmat Tûrk dagegen betonnte gestern nochmal ausdrücklich, dass sie von der Regierung damit beauftragt wurden, die Soldaten aus Qendîl abzuhollen. Dies wurde noch nicht von der AKP dementiert, aber dazu stehen wollen sie auch nicht.

 

07.11.2007

 

 

Laut : http://www.tagesschau.de/nordirak6.html

Kurden-Konflikt
PKK lässt acht türkische Soldaten frei


Die verbotene kurdische Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) hat die Freilassung acht türkischer Soldaten bestätigt, die sie Ende Oktober bei Gefechten in der Türkei verschleppt hatte. Die Soldaten seien um 07.30 Uhr irakischer Zeit (05.30 Uhr MEZ) freigekommen, teilte PKK-Sprecher Abdurrahman Cadirci mit. Er habe sie persönlich an führende Vertreter der kurdischen Regionalregierung übergeben, sagte Cadirci der Nachrichtenagentur AFP. Zuvor hätten Vertreter der Regionalregierung sowie ein führender Vertreter der türkischen Kurdenpartei DTP vermittelt.

Cadirci machte keine Angaben zum Ort der Freilassung. Die PKK-nahe Nachrichtenagentur Firat hatte zuvor gemeldet, die Soldaten seien an drei DTP-Abgeordnete übergeben worden. Firat zitierte PKK-Vertreter, denen zufolge die Freilassung einer friedlichen Beilegung des Kurdenkonflikts dienen sollte.

 

 

07.11.2007

 

 

Lebenslange Haft für freigelassene Soldaten?

Die militärische Staatsanwaltschaft im Generalstab hat gegen die von der PKK vor 14 Tagen gefangen genommenen und gestern freigelassenen Soldaten der türkischen Armee ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des „Vaterlandsverrats“ eingeleitet. Ein mögliches Strafverfahren gegen die von der HPG an eine Delegation aus drei DTP-Abgeordneten, dem irakischen Innenminister und dem irakischen Geheimdienstchef übergebenen Soldaten könnte mit einer lebenslangen Freiheitsstrafe enden.

Die acht Soldaten wurden zunächst mit einem US-Flugzeug nach Diyarbakir und von dort aus zum Verhör nach Ankara gebracht. Die Militärstaatsanwaltschaft ermittelt in Einzelverhören zu der Frage, ob die Soldaten während ihrer Gefangenschaft Informationen an die PKK weitergegeben haben. Weiter geht es darum, ob fehlerhaftes Verhalten an der Gefangennahme Anteil hatte. Allein auf diese Straftat steht eine Mindeststrafe von einem Jahr.

Laut der Tageszeitung Hürriyet sei eine der Fragen, denen sich die Soldaten zu stellen hätten, ob die Soldaten, die im „Propaganda-Fernsehen der Terrororganisation“ – Roj TV – aufgetreten seien, „aus freiem Willen oder unter Druck gehandelt“ hätten, als sie „den Ausdruck ‚Guerilla’ für die Terroristen verwandt“ und weitere, die „Republik Türkei lächerlich machende Ausdrücke“ benutzt hätten.

Ein ziviles staatsanwaltschaftliches Ermittlungsverfahren ist in Ankara gegen die drei beteiligten DTP-Abgeordneten Aysel Tugluk, Osman Özcelik und Fatma Kurtulan eingeleitet worden. Zuvor hatte Vizeministerpräsident Cemil Cicek die drei des allzu innigen Verhaltens den PKKlern gegenüber beschuldigt.

Die DTP teilte daraufhin mit, dass die Regierung bereits vor der Übergabe der Soldaten über die Initiative der Partei informiert war. Als Vizeparteivorsitzender erklärte Mustafa Sarikaya: „Sie versuchen sich rein zu waschen, indem sie uns beschuldigen, weil sie selbst keine Verantwortung übernommen haben.“ Die Angehörigen der gefangenen Soldaten hätten sich an seine Partei gewandt und mit dieser Verantwortung habe man gehandelt. „Die Regierung wollte die Soldaten dort ihrem Schicksal überlassen. Jetzt wollen sie uns die Verantwortung für ihre Verantwortungslosigkeit aufladen.“

Weiter kritisierte Sarikaya das geplante Gespräch zwischen Ministerpräsident Erdogan und Bush, weil es nicht richtig sei, im Ausland nach einer Lösung zu suchen.

Quelle: ANF, 05.11.2007, ISKU

 

Verhandlungsbeginn in Van


Am morgigen Freitag beginnt vor dem türkischen Militärgericht in Van der Prozess gegen die acht Soldaten, die sich im vergangenen Oktober bei Gefechten der PKK ergaben.

Der Vorwurf lautet, dass sie sich all zu schnell dem Feind ergaben und damit „die militärische Disziplin schwer erschütterten“. Sollte es zu einer Verurteilung kommen, drohen den acht angeklagten Soldaten strafen zwischen zwei Jahren und sogar lebenslänglich.

Die Verteidigung weist dagegen alle Vorwürfe von sich und beschuldigt die Vorgesetzten, die einen vorhersehbaren Angriff der PKK nicht ernst nahmen. Außerdem seien die Soldaten ungenügend militärisch ausgerüstet gewesen und ihnen sollen fehlerhafte Waffen zugeteilt worden sein.

Selbst die türkische Öffentlichkeit und auch der türkische Militärrichter Ümit Kardaş zweifeln an der Darstellung der Fakten. „Es ist offensichtlich, dass die Vorwürfe konstruiert sind“, so der Richter. Außerdem wird dem Militär vorgeworfen, dass sie mit den Anschuldigungen des Vaterlandsverrats lediglich von Verfehlungen in den eigenen Reihen ablenken wollten.

Ebenso wird allerdings vermutet, dass die Soldaten mit einem hohen Strafmaß rechnen könnten, da das türkische Militärgericht an ihnen ein Exempel statuieren wolle. So äußerte sich damals der türkische Justizminister Mehmet Ali Şahin, dass ein türkischer Soldat.“...gar nicht erst lebend in die Hände der Feinde“ fallen solle.

Schon im Vorfeld des Prozesses verhängte die Militärstaatsanwaltschaft bereits vor Wochen ein Verbot der Berichterstattungen. Fünf linke Zeitungen, wie die Evrensel, hielten sich allerdings nicht an diese Auflage und wurden mit einem Bußgeld von 11.500 bis 23.000 Euro belegt.

rinret/qirayis.de

Quelle: JW 31.01.08

 

 

 

 

 

Acht Soldaten freigelassen

Die acht Soldaten der türkischen Armee, die nach vorübergehender Gefangennahme durch die PKK verhaftet worden waren, sind nach wochenlanger Untersuchungshaft freigelassen worden. Der Prozess gegen sie läuft jedoch weiter. Sechs von ihnen wurden umgehend zu ihren Militäreinheiten geschickt, zwei konnten nach Hause gehen, weil ihre Militärzeit abgelaufen ist.

Quelle: ÖP, 04.02.2008, ISKU

Publiziert am: Donnerstag, 27. März 2008 (6823 mal gelesen)
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