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Ost-Turkistan und Kurdistan

China, in der Vergangenheit schon bekannt als Terrorstaat, hat eine neuerliche Unterschrift unter den Staatsterror gesetzt … und hat die friedliche Demonstration von uygurischen Türken in Blut getränkt.

Der chinesische Staat unterdrückt die uygurischen Türken seit Jahren systemisch, hat ihr Gebiet in den Phantasienamen "Xinjiang" umbenannt, obwohl dies eigentlich Ost-Turkestan heißt ... Das Kerngebiet von Turkistan heisst "Kaşgar" ... Dies ist der Name, der im Gedächtnis und mit dem Artikulationvermögen des türkischen Volkes verwurzelt ist. Außerdem ist über die Menschheitsgeschichte dieser Ort so benannt worden ... Dies ist Ost-Turkistan ... Bis zum Mao-Regime wurde im offiziellen chinesischen Sprachgebrauch die Gegend als "Chinesisch-Turkistan" bezeichnet ... Ganz genauso wie das Gebiet, dass den Südosten unseres Landes einnimmt, unter seinen Bewohnern den Namen Kurdistan trägt ... Jede Verleugnungspolitik wird niemals die Wirklichkeit verdrängen können.

Das Volk von Ost-Turkistan hat im 20. Jahrhundert viel Leid ertragen müssen ... wie der legendäre Führer der uygurischen Türken, İsa Alptekin einmal sagte: "Gleich den Pandabären, steht dieses Volk ständig unter der Gefahr der Ausrottung". ... Es ist das Land, in dem Reisebegleiter von ausländischen Reisenden zu lebenslanger Haft verurteilt werden … wer es wagt in den Straßen von Kaşgar die blaue Fahne mit dem Halbmond und Stern der Gök(türken) zu hissen, bietet einen Grund zur standrechtlichen Erschießung … Es war sogar verboten den Namen von Alptekin auszusprechen, der von den uygurischen Türken als Isa Bey bezeichnet wird. Dieser mutige Anführer von Turkistan hat zu jeder Zeit die Sprache des passiven Widerstandes gesprochen, und die Rechte und Freiheiten seines Volkes immer über den Weg des internationalen Rechts und der Diplomatie zu erlangen versucht … Als 1988 in China die in der Minderheit lebenden Türken auf den Straßen protestierten und seinen Namen riefen, lebte Isa Bey völlig erblindet in einem bescheidenen Haus in Istanbul … Er wußte ganz genau, dass der türkische Staat trotz Kenntnis der Unterdrückung des Volkes von Ost- Turkistan nichts unternehmen würde. Gegen diese Passivität protestierte Isa Bey nie, sondern kommentierte es nur mit traurigen Worten … Dieser Staat, der von Morgens bis Abends über das "Türkentum" philosophiert, verbot gleich nach dem Tod von Isa Bey die Flagge von Ost- Turkistan … Weil eben das terroristische chinesische Staat mahnte: "Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen" …  Der türkische Staat hatte durch sein stumpfsinniges Staatsverständnis das eigene Haus völlig mit Glas überzogen und war deshalb zum Schweigen verurteilt … Trotz allen Maulheldentums ist der türkische Staat ein schwacher und ohnmächtiger Staat.

Der Grund für die Schwäche und Ohnmacht der Türkei liegt darin, dass sie sich mit ihrem eigenem Volk stets in Auseinandersetzungen befindet … Was kann ein Staat, der seine eigenen kurdischen Staatsangehörigen verleugnet und einer Assimilierungspolitik aussetzt, der Unterdrückung türkischer Völker in China schon entgegnen? Was kann ein Staat, der alle nichttürkischen Ortsnamen durch völlig unsinnige, nichtsagende Namen ersetzt schon der Umbenennung der "Emin" -Moschee in "Sugong"- Turm in einem anderen Staat entgegnen?

Deswegen schon war Isa Bey hoffnungslos, und jetzt ist die Hoffnungslosigkeit der Rabiya Kadir an der Reihe

Ich kenne den Namen von Rabiya Kadir schon seit dem Ende der 1990-er Jahre und verfolge die Geschehnisse … Sie ist die lebende und bekannteste Anführerin der uygurischen Türken, das Symbol des Aufbegehrens des Volkes in Ost- Turkistan … Gleichzeitig Mutter von 11 Kindern, und Geschäftsführerin einer Textilhandelskette, die aus einer kleinen Wäscherei entstanden ist … Der chinesische Staat hat Rabiya Kadir und ihrer Familie eine Fülle von Unrecht angetan. Zuerst wurde sie in Gefängnisse gesteckt, danach aus ihrer Heimat verjagt… Der Kampf der Rabiya Kadir wurde nie Thema in unserem Land, in dem Tag und Nacht dem türkischen Nationalismus gehuldigt wird. Der türkische Staat hat sogar verhindert, dass Rabiya Kadir sich in der Türkei niederlassen kann …Die Nachricht “Bleibt uns fern, wir können es uns mit China nicht verscherzen“ ging nicht nur an Rabiya kadir, sondern gleichzeitig an alle anderen Anführer in Ost- Turkistan.


Wir wissen, dass im Verständnis unseres Staates keine Motivation existiert um sich an der Seite von unterdrückten Menschen zu positionieren … Dass der Begriff „Angehöriger der türkischen Rasse“ immer dann fällt, wenn es gilt Kurden auszugrenzen, zeigt uns hier erneut dies Beispiel …

Und deswegen möchte ich mich bezüglich der Grausamkeiten gegen die uygurischen Türken mit folgenden Sätzen ganz besonders an die Vorsitzenden der MHP wenden

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Dieser Staat kann, solange er der gesamten Bevölkerung mit all ihren Unterschiedlichkeiten keine friedliche Basis bieten, auch keinen Kampf für die Rechte und Freiheiten der Türken außerhalb der Türkei führen … Die türkische Armee sollte stark und dynamisch sein, um im Bedarfsfall eine überzeugende Macht gegenüber ungerechten Staaten darzustellen … Der nächste Weg in diese Richtung liegt darin, dass sich die türkischen Streitkräfte nur noch mit militärischen Angelegenheiten beschäftigen … Die TSK und alle anderen staatlichen Institutionen sind dazu verpflichtet sich mit Kurden und den Gläubigen (AKP) zu versöhnen. Die TSK muss sich der Kontrolle durch Gerichte und Zivilgesellschaft unbedingt öffnen, damit sie ihre wesentlichen Aufgaben aufrecht und dynamisch erfüllen kann … Nur wenn wir mit allen unseren Unterschiedlichkeiten versöhnt und vereint sind, nur wenn wir die Größe zeigen können, Kurdistan mit seinem über Jahrhunderte existierenden richtigen Namen benennen, uns zu einem gerechten Staat entwickeln, der keinem unserer Landsleute Leid zufügt, erst dann können wir gegen terroristische Staaten, wie China, an der Seite unserer türkischen Rasseangehörigen aufstellen … Ich schäme mich dafür, Angehöriger eines Staates zu sein, der die Gök-Flagge von Ost-Turkistan verbietet und mutige türkische Anführer, wie Isa Bey und Rabiya Kadir sich selbst überlässt … Ich schäme mich sowohl im Namen von Recht, Gerechtigkeit und Gewissen, und auch als Türke …

Wie sieht es mit denen aus die sich türkische Nationalisten nennen? Schämt ihr euch auch?

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Dieser Kommentar von Rasim Ozan Kütahyalı unter dem Originaltitel "Doğu Türkistan ve Kürdistan" erschien am 8. Juli 2009 in "Taraf"- Für Kurdmania aus dem Türkischen übersetzt von Sekevir

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