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Rojin verlässt TRT-6

Rojin reicht's: http://www.fr-online.de/in_und_ausland/politik/aktuell/1723213_Tuerkei-Rojin-reichts.html

VON GERD HÖHLER

Es sollte mehr sein als eine Unterhaltungssendung. Mit ihrer TV-Talkshow im neuen kurdischsprachigen Staatskanal TRT-6 wollte die kurdische Sängerin und Schauspielerin Rojin Ülker "zur Aussöhnung zwischen dem kurdischen und dem türkischen Volk beitragen", wie sie selbst sagt. Aber der Versuch ist gescheitert. TRT-6 nahm die Sendung "Rojinname" aus dem Programm.

In einer Pressemitteilung des Staatsfunks TRT heißt es, Rojin sei zur Aufzeichnung der Show in Istanbul am 8. April unentschuldigt nicht erschienen. Rojin hält dagegen, sie habe nicht länger mitarbeiten können, weil "der Druck immer größer geworden" sei. Am Ende habe sie weder Einfluss auf die Themen noch auf die Gäste ihrer Sendung nehmen können. Überdies seien mehrfach Passagen herausgeschnitten worden - Zensur also. Häufig ging es in der täglichen Sendung um Frauenrechte - ein heikles Thema gerade in der kurdischen Gesellschaft.
Ob Rausschmiss oder Ausstieg: der Abschied der populären 29-Jährigen ist ein herber Rückschlag für den kurdischen TV-Kanal. Er sollte Exilsendern wie dem Satellitenprogramm Roj TV, das als Sprachrohr der verbotenen Guerillaorganisation PKK gilt, das Wasser abgraben. Glaubt man den offiziellen Erfolgsmeldungen, hat TRT-6 das auch geschafft. Danach kommt das Staatsfernsehen in der Kurdenregion auf Einschaltquoten von rund 70 Prozent. Das wäre bemerkenswert, da Politiker der im Südosten dominierenden Kurdenpartei DTP den Sender erbittert bekämpfen. Sie sehen ihn als Instrument des Staates zur Assimilierung der Kurden. Die PKK ließ gar mitteilen, wer TRT-6 einschalte, sei ein "Verräter". Programm-Mitarbeiter berichteten von massiven Drohungen. Die will auch Rojin erhalten haben. Sie habe sich dennoch zur Mitarbeit bei TRT-6 entschlossen.

Noch vor sechs Jahren war Rojin wegen angeblicher PKK-Propaganda angeklagt worden, weil sie bei einem Kulturfestival in Dogubeyazit ein kurdisches Lied gesungen hatte, in dem das Wort "Kurdistan" vorkam. Nun hatte sie sogar ihre eigene Show. Doch was ihr widerfahren sei, gehe "zu weit". Sie sei "wie eine Kriminelle" behandelt worden.

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