KURDICA - Die Kurdische Enzyklopädie  
  Willkommen Home |  Über Kurdica |  Gästebuch |  Sponsoren |  Feedback  
Suchen


Menü

Geographie/Demographie: Çahrîq
Geschrieben am Montag, 11. August 2008 von Baran Ruciyar

Geographie

Çahrîq oder Çiriq, eine Festung, ein Dorf und Distrikt (dehestan) im Kreis Dilmaqan (Salmas ehemals Şahpûr), zwischen Xoy und Ûrmîye, in der Provinz Westaserbaidschan.

Der Distrik Çahrîq grenzt in Norden an (dehestan) Kora-Sonnî (Kurd. Kuresunnî), im Osten an jenem Dehestān-e Hawma (früher Kohnaşahr) der Stadt Dilmaqan, im Süden an Ûrmîye, im Südwesten und im Westen von Gerdîann und Şîntal dehestāns und im Nordwesten an die Persisch-Türkischen Grenze.

Die westlichen Teile des Dehestan sind gebirgig, in dem es viel Niederschlag gibt. Der Fluss Zûlarûd, der in See Urmia fließt, durchquert den Distrikt. 1950 hatte Čahrīq, als Teil von der Kreisstadt Xoy, 35 Dörfer. Entsprechend der 1966 aller zehn Jahre durchgeführten Volkszählung bestand die Bevölkerung des Distrikts aus 5.348 Menschen, davon 185 im Dorf Çalrîq. Das Dorf in sich ist ungefähr 20 Kilometer zum Südwesten der Salmās Stadt zu lokalisieren. Die Festung (Qaḷaye Çahrîq) wurde auf einer steigenden Felsenanordnung in der Schlucht von Zûlarûd errichtet. Das dehestān wird meistens durch den Awdoyî Clan des Großteils detribalisierten Stamm Şîkak bevölkert Die traditionelle Wirtschaft der Region basiert auf Viehwirtschaft und der Landwirtschaft (Korn, Tabak und Getreide).

Çahrîq scheint nicht in den literarischen Quellen der Safaviden erwähnt worden zu sein. Wie andere Gegenden zu westlich von See Urmia, verzeichnet Çahrîq eine turbulente Geschichte besonders seit dem 19. Jahrhundert, als es einem Schlachtort der Konflikten zwischen den osmanischen-, persischen und russischen Reiche und zwischen den Kurden und der persischen Regierungen wurde. Diese blutigen Kämpfe um die Herrschaft über die Region ergaben die heutige ethnische Konstruktion, das die Kurden, die Türken, die Assyrier und die Armenier mit einbezieht. Im 1828 während der Persisch-Russischen Kriege von 1826-28, wurde Čahrīq von den russischen Truppen eingenommen. Später vor und während des Ersten Weltkrieges fiel die Region in russischen Hände wieder.

Trotz der Ziehung der Grenze im Jahre 1847 zwischen Persern und Osmanen wurde die Region durch den letzteren mehrfach besetzt. Der Konflikt zwischen der persischen Regierungen und den Kurden der Region, die einst dem Biradost Fürstentum gehörte, geht auf das 16. und 17. Jahrhunderte zurück, als die Safaviden versuchten, die kurdischen Fürstentümer unter ihre Kontrolle zu bringen. Die Kurden wurden durch die persische Regierungspolitik und durch den Einsatz türkischer Stämme in West-Aserbaidschan geschwächt. Zwischen den kurdischen Prinzen und Stammeshäuptlingen, die sich der Zentralisierungspolitik widersetzen und der persischen Regierung kam es wiederholt im 19. Jh. zu Gefechten (vgl. Şêx Ubeydullah, Şimko und Der Aufstand der Şîkak).

Qalaye Çahrīq wurde ein vertrauter Name, als Bāb, der Stifter der Babî bzw. Baha´î Religion, dort vor seiner Exekution eingesperrt wurde.


Quellen: Emir Hassanpour & Juan R. I. Cole: Čahrīq, In: EncIr. M. van Bruinessen,: Kurdish Tribes and the State of Iran. The Case of Simko’s Revolt, In: R. Trapper, ed., The Conflict of Tribe and the State in Iran and Afghanistan, New York, 1983, s. 364-400.

Çahrîq

Keine anonymen Kommentare möglich, bitte zuerst anmelden

Für den Inhalt der Kommentare sind die Verfasser verantwortlich.



Die Artikel sind geistiges Eigentum des/der jeweiligen Autoren,
alles andere © 2008 - 2013 by KURDICA - Die Kurdische Enzyklopädie
Seitenerstellung in 0.0439 Sekunden, mit 17 Datenbank-Abfragen | Kurdistan Online Magazin