KURDICA - Die Kurdische Enzyklopädie  
  Willkommen Home |  Über Kurdica |  Gästebuch |  Sponsoren |  Feedback  
Suchen


Menü

Politik: Adschanib und Maktumin
Geschrieben am Samstag, 07. Januar 2012 von Baran Ruciyar

Politik in Kurdistan

Im Zuge der Arabisierungspolitik der Djazira-Ebene willkürlich ausgebürgerte Kurden in Syrien werden seither in zwei Kategorien aufgeführt.



a) die Adschanib (engl. Schreibweise Ajanib, Fremde, Ausländer. m. sg. Adschnabi, f. Adschnabiya), die registrierten Staatenlose. Ihre Zahl wird auf 154.000 Menschen geschätzt1. Bei den Adschanib handelt es sich um Menschen, die laut des syrischen Regimes vor dem Zensus im Jahre 1962 ins Land eingewandert seien. Für sie gelten gesonderte staatsbürgerliche Recht. Sie dürfen i.d.R. staatliche Schulen, Universitäten besuchen, können in den staatlichen Krankenhäuser behandelt werden und müssen keinen Militärdienst leisten2. Sowohl die Adschanib als auch die Maktumin (Flüchtlinge) gelten als Ausländer, da sie keinen Pass besitzen, sondern nur ein Erkennungszeugnis, ist jeglicher Art vom Besitz (Land, Immobilien, Geschäfte) ihnen nicht gestattet.


b) die Maktumin (m. sg. Maktum, f. Maktuma)werden die Nichtregistrierte Kurden genannt. Ihnen wirft man vor illegal, nach 1962, in Syrien immigriert zu sein. Ihre Zahl wird heute auf 75.000 Menschen geschätzt. Sie werden behördlich nicht erfasst, dadurch bleiben ihnen praktisch alle Zivil- und Bürgerrechte verwehrt.

Die Maktumin dürfen lediglich die Grundschule besuchen und erhalten danach kein Abschlusszeugnis. Weiterführende Schule und Universitäten dürfen sie nicht besuchen.


Die Zahl der staatenlosen Kurden ist seit 1962 kontinuierlich gestiegen, da die Kinder der Adschanib und Maktumin wider des syrischen Staatsangehörigkeitsgesetzes, nach dessen Paragraph 3, Abs. c alle auf syrischem Territorium geborene Kinder als syrische Araber gelten3, automatisch auch Adschabni bzw. Maktumin sind. Dabei ist der Status des Kindes vom Vater abhängig. Die folgende Tabelle macht deutlich in welchem Fall das Kind die syrische Staatsangehörigkeit erlangen kann4.

staatslose_kurde.jpg


Obwohl das Problem in der Vergangenheit oft in Syrien angeprangert wurde, fehlten bisher konkrete Schritte zur Lösung des Problems. Im März 2011, nachdem die Demonstrationen in Syrien angefangen hatten, hat die syrische Regierung angekündigt, dass die staatenlose Kurden ihre Staatsangehörigkeit zurückerhalten werden5.


Zum historischen Hintergrund, siehe Die Kurden in Cizîr (Djazir).


 


 

1Kurdwatch: staatenlose Kurden in Syrien (zuletzt besucht am 04.01.2012)

2Schweizerischer Flüchtlingshilfe: staatenlose Kurden (zuletzt am 03.01.2012 besucht)

3Edgar Auth: Syriens Staatschef Assad lockt die Kurden (zuletzt besucht am 03.01.2012)

4Entnommen aus dem Bericht von Kurdwatch, siehe Fn. 1

5Helena Surb: Syrische Kurden bekommen... (zuletzt am 04.01.2012 besucht)


Adschanib und Maktumin

Keine anonymen Kommentare möglich, bitte zuerst anmelden

Für den Inhalt der Kommentare sind die Verfasser verantwortlich.



Die Artikel sind geistiges Eigentum des/der jeweiligen Autoren,
alles andere © 2008 - 2017 by KURDICA - Die Kurdische Enzyklopädie
Seitenerstellung in 0.0368 Sekunden, mit 17 Datenbank-Abfragen | Kurdistan Online Magazin