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Religion: Carsembe Sor - der rote Mittwoch
Geschrieben am Samstag, 28. März 2015 von rinret

Religion

Am ersten Mittwoch im April (nach ezid. Kalender) ist der Çarşembê sor, der rote Mittwoch, wo das Cejan Carsembe Serê Nisanê“ gefeiert wird. An diesem Tag soll Taus-i Melek den Auftrag durch Gott erhalten haben, die Erde zu erschaffen und sie mit Lebewesen zu füllen.

Am roten Mittwoch, der für die Yezidi den Neujahrstag symbolisiert, wird Taus-i Melek zur Erde gesandt, und die Menschen bitten ihn um Beistand und eine ertragreiche Ernte für das kommende Jahr.

Die Yezidi schmücken an diesem Tag ihre Hauseingänge mit Blumen und färben die Hühnereier rot oder malen diese bunt an. Die kurdischen Farben grün/rot/gelb/weiß spiegeln sich in den Bändern wieder, die man geflochten im Haar oder als Armreif trägt. Außerdem werden bunte Bänder an den Hörnern der Tiere befestigt oder auch um Getreidepflanzen gebunden.

Ein anderer Brauch ist das sammeln von Morgentau, mit dem sich die Yezidi befeuchten, was eine Verjüngung vollbringen soll.

Allgemein ist der Monat April ein heiliger Monat für die Yezidi, der bestimmte Handlungen untersagt. So darf während dieser Zeit kein Haus gebaut oder eine Hochzeit gefeiert werden. Auch der Mittwoch ist für die Yeziden ein heiliger Tag. Es ist der Tag des Gebetes, wo besondere Speisen zubereitet werden, man sich gegenseitig besucht, die Arbeit ruhe sollte und man sich in der Enthaltsamkeit übt.

 

Ein ähnliches Fest findet man im Iran am letzten Mittwoch des Jahres, heißt vor Newroz am 21. März statt. Dieses Fest soll eines der ältesten Riten in der persischen Gesellschaft sein und soll sich aus der „Suri“-Feier herleiten. „Suri“ (rot) steht für rote Rosen, symbolisiert aber auch das Feuer. Auch im Persischen heißt das Fest „Roter Mittwoch“ (Chahâr Shanbe Suri), wobei einige Wissenschaftler diesen Namen mit dem „Gahanbar Suri“, einem Fest am Ende eines Jahres im antiken Iran, in Verbindung bringen.

Am Tag zuvor wird das Haus gereinigt und alte Zweige und Halme gesammelt, die in der Nacht zum Mittwoch verbrannt werden. Dieser Ritus symbolisiert die Vertreibung des Bösen und der Dunkelheit und die Begrüßung des Lichts und der Sonne.

Einige Quelle besagen, dass die Entzündung der Feuer in jener Nacht ihren Ursprung in Ära der Islamisierung haben, als die persische Bevölkerung zum Zeichen des Ungehorsams gegen die Kalifen Feuer auf ihre Dächern an jenem Tag des Jahres entzündeten.   


Quelle: Kizilhan, I.: Die Yeziden. Frankfurt . M. 1997; Spuler-Stegemann, U.: Engel Pfau. Zum Selbstverständnis der Yezidi.  IN: Zeitschrift für Religionswissenschaften, No 5, 1997, S. 3-17.; Wießner, G.: „...in das tötende Licht einer fremden Welt gewandert.“ Geschichte und Religion der Yezidi. IN: R. Schneider: Die kurdischen Yezidi. Pogrom, Göttingen, 1984; Boyce,M.: Gahanbar. IN: Iranica Vol.10, London 2001; Hartung, J.A.: Religion und Mythologie der Griechen. Leipzig, 1865


Carsembe Sor - der rote Mittwoch

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