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Geographie/Demographie: Das Gebiet der Berge der Kurden Afrin
Geschrieben am Mittwoch, 08. Mai 2013 von Baran Ruciyar

Geographie

Lage und Geographie

Das Gebiet der Berge der Kurden - Afrin liegt ganz im Südwesten Kurdistans bzw. im Nordwesten Syriens an der syrischen-türkischen Grenze. Afrin ist ein bergiges Gebiet, das 700 - 1269 m hoch ist. Der höchste Gipfel, Greh Mahsn (der Große Berg), gehört zum Torous Gebirge. Die Größe des Gebiets ist 55 km breit und 75 km lang, die gesamte Fläche Afrins beträgt ca. 3850 km², das ist 2% von Syriens Fläche und 77% von Kurdistans.

Der Name 

 

 Das Gebiet hat seinen Namen von den Kurden bekommen. Die Kurden besitzen dieses Gebiet seit der Zeit der Mitani und Hori, die seit 1000 v.u.Z. als Urväter der Kurden bekannt sind. Der französische Forscher Roujeh Lisskou behauptet, dass „alle Einwohner Kurdags Kurden sind und dass das Gebiet seinen Namen von ihnen bekommen hat....”. Es ist schwer genau zu bestätigen, wann die Kurden hierher gekommen sind, aber es ist sicher, dass sie seit langer alter Zeit hier sind”.
Früher in der Osmanischen Zeit gehörte das Gebiet Afrin der Stadt Kiles in der Türkei bis in die zwanziger Jahre des 20. Jahrhunderts. Seitdem gehört es der Provinz Aleppo, gemäß dem Grenzabkommen zwischen der Türkei und Frankreich, welches damals Syrien kolonisiert hatte.
Zur Zeit ist Afrin ein Bezirk, der aus der Stadt Afrin mehr als 50000 Einwohnern und 366 Dörfern besteht. Die Einwohnerzahl des Bezirks insgesamt beträgt 417.254 Einwohner.


Das Klima und die Wirtschaft

Das Gebiet Afrin liegt nah am Mittelmeer, also ist das Klima wie in anderen Mittelmeergebieten; es ist warm im Sommer und kalt mit relativ viel Regen und Schnee im Winter. Deswegen ist es ein fruchtbares Gebiet.
Das gute Klima, fruchtbare und unterschiedliche Böden (Täler, Fläche und Berge) und Wasserreichtum machen das Gebiet ideal und geeignet für vielfältige Landwirtschaft, wie Getreide, Baumwolle, Zitrusfrüchte, Äpfel, Gemüse, Wein... u.a. Aber die Olive ist der landwirtschaftliche Hauptprodukt in Afrin. Sie wird in allen Dörfern angebaut, und ist ein Symbol für Afrin. Es gibt mehr als 13 Millionen Olivenbäume, was Afrin zu einem sehr berühmten Gebiet für Oliven sowohl an Qualität als auch an Quantität macht.
Aufgrund von Mangel an Viehweiden spielt die Viehzucht keine Rolle im Wirtschaftsleben des Gebiets. Aber es gibt Familien, die etwas Vieh für den eigenen Konsum züchten.
An Industrie gibt es in Afrin nur die traditionelle handwerkliche Teppichindustrie, Lorbeerseife und die Industrie rund um die Olivenverarbeitung. Daneben gibt es keine moderne Industrie.
Ebenso ist auch der Handel unentwickelt und wie die Industrie, schwach, obwohl das Gebiet an Agrarprodukten sehr reich ist, nah an Aleppo liegt (die größte Handels- und Industriestadt in Syrien) und die Leute vielfältige Beziehungen mit den Händlern dort haben.
Die Leute haben wenig Erfahrung im Handel, obwohl Afrins wöchentlicher Markt (Bazar) jeden Mittwoch seit 200 Jahren ohne Unterbrechung existiert!


Die Gesellschaft

Im 19. Jahrhundert ist die Zentralmacht im Osmanischen Reich stärker geworden, und die autonomen Regionen haben ihre Macht zugunsten der Zentralisierung verloren.
Das führte zur Beseitigung der alten traditionellen Führung und zur Entstehung der neuen Aristokratie von großen Landbesitzern.
Damit sind die Stämme, Stammorganisation und Stammeszugehörigkeit in Kurdistan verschwunden und die Bauern wurden von einem Feudalherr (Agha) abhängig.
Das alles bezieht sich auch auf Afrin und als Folge hat sich das System von Stammesorganisation zum Feudalismus entwickelt.
Das feudale System blieb bis in die fünfziger Jahre des letzten Jahrhunderts in Afrin erhalten.
Danach haben die Feudalherren ihre Macht und ihren Einfluss allmählich verloren, da die großen Besitztümer zerrissen wurden.
Aber das wichtigste Element für die Änderung des Sozialsystems in Afrin waren politische Gründe, insbesondere die willkürliche Besitzergreifung von Ackerböden durch den Staat mit der Begründung, dass die Wiederverteilung von großem Besitz durch das Landwirtschaftsreformgesetz vorgeschrieben sei.

 

 

Quelle: efrin.net (letzter Besuch 25/1/08)


Das Gebiet der Berge der Kurden Afrin

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