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Allgemeine Geschichte: Die Canpolat von Kilis
Geschrieben am Samstag, 29. August 2015 von Baran Ruciyar

Herrschaftsstrukturen

Die Canpolat, Seele aus Stahl. Heute ein großer Stamm im Libanon, Iran, Klikien und Antep, waren vermutlich Yeziden, die später zum Islam übertraten und das Gebiet um Maraş, Aleppo und Kurd-Dagh, als autonome Fürsten,  beherrschten. Sie knüpften schnell an die alte Stärke der Mend-Fürsten an und waren quasi in der Folge eine Zeitlang von den Osmanen unabhängig gewesen.



Nach dem Untergang der Mend-Dynastie, ging die Herrschaft um Kilis an die Familie der Canpolat, über. Der erstere Mîr Hiseyin Canpolat war ein enger Verbündeter des Osmanischen Sultans und beteiligte sich auch u. a.  an den osmanischen Kriegszügen nach Westeuropa.

Sein Nachfolger Mîr Elî Canpolat, war ebenfalls ein Verbündeter des Osmanischen Reiches und diente auch als Gouverneur von Libanon und Nordsyrien. Elî Canpolat beteiligte sich wahrscheinlich auch an der Schlacht um Zypern – danach kam es zu Missverständnissen zwischen ihm und den Osmanen. Letztendlich schickte der Sultan gegen Ende des 17. Jahrhunderts eine Einheit von ca. 40 000 Soldaten, unter der Führung von Zulfiqar Beg um seine Armee zu vernichten. Mîr Elî verlor die Schlacht und damit war die Herrschaft der Canpolat in Kilis und Umgebung besiegelt.

Streitigkeiten mit den Osmanen veranlassten ihre Übersiedlung nach dem südlichen Syrien, wo sie sich auf Einladung des brühmten Drussenfürst Fakhr al-Din im Libanon sesshaft machten (1630). Die Direkte Nachfahren der Canpolat-Fürsten leben unter den Drusen in Libanon. Heute heißen sie dort Cumblat. 

Ihr damaliger Shaikh war einer der Ratgeber und Generäle dieses Fürsten und vererbte diese einflussreiche Stellung an seine Nachkommen. Einer von ihnen `Ali Djumblât griet durch eine Heirat mit der Tochter des sehr reichen und einflussreichen geistlichen Führers der Drusen Kaplan al-Kâdî al-Tanûkhî zu großem Wohlstand und baute in Bazran die Burg al-Mukhtara, die noch heute Stammsitz des Djumblât ist. Die spätere Geschichte der Drusen dreht sich fortwährend um die einander bekämpfenden Djumblât und die Shibâdiden, die sich ihrerseits wieder auf Yezbekis stützten.

Der libanesische Politiker Kemal Djumblatt, der mehrmals seinen kurdischen ursprung betonte, und dessen Sohn Walid Djumblatt, der Führer der drusischen Gemeinschaft und der Progressiven Sozialistischen Partei, sind vermutlich Nachfahren der Canpolat-Fürsten. 

 


Quellen:Djumbûlat, in: EI1. Seyfi Cengiz: Serefnameye bir Yorum. URL: http://www.dersim38.de/Sherefname; Sheref Xan Bedlîsî, tr.: M. Emîn Bozarslan, Istan. 1990. Kilis Tarihi.URL: www.kilis.org.tr . Bruinessen, M.M.van: Agha Scheich und Staat. Berlin 1989. M. E. Zekî Beg. Kurtediroka Kurd û Kurdistan, Berlin 1996.

 


Die Canpolat von Kilis

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