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Allgemeine Geschichte: Die Canpolat von Kilis
Geschrieben am Freitag, 04. August 2017 von Baran Ruciyar

Herrschaftsstrukturen

Die Canpolat (wörtlich Seele aus Stahl) heute ein Klanname im Libanon, Iran, Klikien und Antep, waren vermutlich ursprünglich Yeziden, die zum Islam übertraten und das Gebiet um Maraş, Aleppo und Kurd-Dagh, als autonome Fürsten,  beherrschten. Sie knüpften schnell an die alte Stärke der Mend-Fürsten an und waren in den darauffolgenden Dekaden ein nicht unerheblicher Machtfaktor.



Nach dem Untergang der Mend-Fürsten, ging die Herrschaft um Kilis an die Familie der Canpolat über. Als Begründer der Canpolat-Linie der Kilis-Fürsten gilt ein gewisser Mir Hisên Canpolat, ein enger Verbündeter der Osmanen. Er beteiligte sich u. a.  an den osmanischen Kriegszügen nach Westeuropa.

Sein Nachfolger Mîr Elî Canpolat, war ebenfalls ein Verbündeter des Osmanischen Reiches und diente als Gouverneur von Libanon und Nordsyrien. Elî Canpolat beteiligte sich wahrscheinlich auch an der Schlacht um Zypern – danach kam es zu Meinungsverschiedenheiten zwischen ihm und den Osmanen. Letztendlich schickte der Sultan gegen Ende des 17. Jahrhunderts eine Einheit von ca. 40 000 Soldaten, unter der Führung von Zulfiqar Bey, um die Gefolgschaft von Mir Elî zu vernichten. Mîr Elî verlor die Schlacht, womit die Herrschaft der Canpolat in Kilis und Umgebung besiegelt wurde.

ein Großteil der Bevölkerung war in der Folge gezwungen in den Süden Syriens zu fliehen, wo von sie sich auf Einladung des berühmten Drussenfürst Fakhr al-Din um das Jahr 1630 im Libanon niederließen. Das Oberhaupt der Canpolat war einer der Ratgeber und Generäle des damaligen drusischen Fürsten und vererbte einflussreiche Stellung an seinen Nachkommen. Einer von ihnen. Ali Canpolat. geriet durch eine Heirat mit der Tochter des geistlichen Führers der Drusen. Kaplan al-Kâdî al-Tanûkhî, zu großem Wohlstand und baute in Bazran die Burg al-Mukhtara, die noch heute Stammsitz der Djumblatt ist, wie sie im Arabischen genannt werden. Die spätere Geschichte der Drusen dreht sich fortwährend um die einander bekämpfenden Djumblât und die Shibâdiden, die sich ihrerseits wieder auf Yezbekis stützten.

Der libanesische Politiker Kemal Djumblatt, der mehrmals seinen kurdischen Ursprung betonte, und dessen Sohn Walid Djumblatt, der Führer der drusischen Gemeinschaft und der Progressiven Sozialistischen Partei, führen heute noch den Nachnamen Djumblatt.

 


Quellen:Djumbûlat, in: EI1. Seyfi Cengiz: Serefnameye bir Yorum. URL: http://www.dersim38.de/Sherefname; Sheref Xan Bedlîsî, tr.: M. Emîn Bozarslan, Istan. 1990. Kilis Tarihi.URL: www.kilis.org.tr . Bruinessen, M.M.van: Agha Scheich und Staat. Berlin 1989. M. E. Zekî Beg. Kurtediroka Kurd û Kurdistan, Berlin 1996.

 


Die Canpolat von Kilis

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