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Diaspora: Die Kurden in Balutchistan
Geschrieben am Dienstag, 26. November 2013 von Baran Ruciyar

Diaspora

In Iranisch-Balutschistan, am Länderdreieck Iran-Afghanistan-Pakistan ist eine kleine kurdische Gemeinde zu Hause. Vermutlich handelt es sich bei ihnen um 10 - 20 Tausend Menschen.

Es gibt Kurden außerhalb Kurdistans, die aus politischen und ökonomischen Gründen ihre Heimat selbst verlassen haben. Ein Beispiel dafür stellt die kleine kurdische Enklave im persischem Teil Belutschistans. Im nordöstlichen persischen Balutschistan lebt ein Teil des kurdischen Zand-Stammes (Kurdisch: Zend). Sie sind Nachkommen derer, die Lotf Ali Khan Zand bei seinem hoffnungslosen Unternehmen nach Bam 1794 begleiteten und auch dort sesshaft wurden. Bis 1880 waren sie in Khash dominierend, ihr Führer war bekannt als der Sardâr von Sarhad und regierten dieses Gebiet, das ein Teil des persischen Balutschistans umfasst. Die Sardâr (das Oberhaupt) von Sarhad verwalteten ähnlich wie ein Gouverneur das Gebiet Sarhad mit dem Hauptsitz in Khash. Dementsprechend war auch der soziale Status der Zand unter den lokalen Balutschi Bevölkerung hoch.

Heute leben sie weit verstreut, einige von ihnen leben auf den südlichen Steigungen des Kuh-e Taftân, andere um Magas (heute, Zâbol); einpaar Dörfer befinden sich auch Sistân. Hosayn- 'Ali Razmârâ erwähnt auch acht Dörfer im Bezirk von Bampoşt, die vom Balutschi sprechenden Zand-Stamm bewohnt werden. Diese sind vermutlich zur gleichen Zeit wie die Kurden von Khash nach Balutschistan gewandert. Heute scheinen sie aufgrund der lokalen Bevölkerung assimiliert zu sein und sprechen nur noch Balutschi.

Die wichtigste Stämmen in Balutschistan sind laut Izady (s. 81ff.) die Yelhani, die Zand, die Zengene und die Kûranî. Traditionell sprechen diese Stämme südkurdische Dialekte wie Kelhûrî und Lekî. In Balutchistan sind viele von ihnen sprachlich assimiliert und sprechen einen Balutschi-Dialekt namens Sarhadî. Aus der sprachlichen Konfrontation mit den Balutchi hat sich ein spezieller Dialekt herausgebildet, den sie Bapîrî, was „die Sprache unserer Vorfahren/Väter“ bedeutet, nennen.

Traditionell sind die Zand ausnahmslos sowohl in Kurdistan als auch außerhalb vom Kurdistan Anhänger des Yarsanismus. Auch in Balutschistan sind sie trotz der einheimischen Balutschi-Bevölkerung, die Anhänger des sunnitischen Islams sind, heute noch Yarsan.
 


Quellen: Oberling, P.: Kurdish Tribes, in: EncIr. M. E. Zekî Beg. Kurtîyek ji Mêjûwa Kurd û Kurdistan, Berlin 1994. s. 47 f.. Izady, M. R.: The Kurds, Washington 1992. Kurdish Academy: Kartenmaterial zum Thema (abgerufen am 12.09.08)

 

 


Die Kurden in Balutchistan

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