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Geographie/Demographie: Gom
Geschrieben am Samstag, 21. April 2012 von Baran Ruciyar

Politik in Kurdistan

Gom (f. direkt aus dem Armenischen (gom) übernommen1) bedeutet in den kurdischen Sprachen (Kirmanckî, Kurmancî und Soranî) 1. Schafstall, 2. im ruralen Kurdistan ein (administrativ abhängiges) Dörfchen (türkisch: Kom, ebenfalls aus dem Armenischen entlehnt).

 

  1. Gom ist ein kleiner Stall, in dem das Vieh (Schafe und Ziegen) im Winter untergebracht werden. Meist werden sie draußen gefüttert und verbringen die Nacht darin.

  2. Gom (in manchen Gebieten auch mezra genannt) ist auch ein Dörfchen, meist bestehend aus 10-20 Haushalten. Abgesehen von der administrativen Abhängigkeit können auch große Dörfer Gom (z. Bsp.: Goma Heso) heißen. Dabei handelt es sich um ehemalige kleine Dörfer, die mit der Zeit an Bevölkerung zugenommen haben. Offiziell haben die sog. „kom“ in der Türkei den Status eines Viertels. Sie haben keinen Dorfvorsteher (Muhtar, kurd. Muxtar) und in der Regel keine Schule und sonstige öffentliche Einrichtungen, obwohl sie von „köy“ (trk. Dorf, von dem i.d.R. ein gom abhängig ist2) weit entfernt (1-5 km) liegen können. Aus soziologischer Sicht ist die Gründung eines gom ziemlich interessant; es kann z. Bsp. das Resultat eines Konflikts in einem Dorf sein. Streiten sich zwei Familien, emigriert eine und gründet in der Nähe ein Dörfchen, so können sie weiterhin ihr Land bestellen und entgehen gleichzeitig dem Risiko einer Blutfehde.

2Özçağlar, Ali: Türkiye'nin idari..., abgerufen am 13.04.11


Gom

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