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Kultur: Goranî
Geschrieben am Samstag, 13. September 2008 von Baran Ruciyar

Kultur

Goran, öfters auch als "Gûran" ausgesprochen. Das Wort Goran ist mehrdeutig; zum einen ist es eine Bezeichnung für einen Bauern bzw. einen Kurden aus der Unterschicht, zum anderen bezeichnet es einem in Kurdistan weitverbreiteten Stamm, erinnert auch an das Wort „Goranî" („Lied" oder auch „Gesang“).

In der Tat dieser Art Ambiguität ist in Kurdistan häufiger als man denkt. Das Wort Goranî fundiert zweifellos auf "Guranî", was auf Deutsch soviel wie "Lärm, Lautstärke" bedeutet, was man auch auf das Machen von Musik zurückführen kann.

Goranî ist wie auch das Beyt vielmehr unter den Kurden im Iran verbreitet. Eine bestimmte Form von Lieder wird von den soranî-, kelhurî-, lekî- und hewramîsprechenden Kurden als Goranî bezeichnet. In Nordkurdistan dagegen verwendet man stattdessen "Stran" oder "Kilam", das eine Entlehnungen aus dem Arabischen ist.

Goranî bezeichnet hier eine bestimmten musikalischen Lied- und Satzform. Im diesen aus zwei Zeilen bestehenden Liedform wird meist die Liebe gesungen. Aber auch Themen wie Klage, Trauer, Naturschilderungen, Politik als auch Kriege und Kämpfe werden besungen.

 

Der Text eines gewöhnlichen Goranî:

 

O Gott, we schön ist das Küssen am Morgen, wenn die Geliebte vom Brunnen heimkehrt.

Ich schwöre beim Stern, der bis zum Morgen strahlt: Keiner außer ich weiß, was ich deinetwegen Leide.

Ach wäre ich eine Brosche, ich hätte bei Tag und Nacht deinen Busen begleitet.

 

 

Der Text eines Goranî über dem Frühling:

 

Frühling, willkommen du Frühling! 

Ein Frühling, der nach Newroz kommt.

Ein grünes Kleid hat sich ausgebreitet

von hier bis in die Ferne.

Die Nachtigall verliebt sich in die Blumen,

sie begann zu klagen.

Der Nordwind weht wütend und es nieselt.

O Mächtiger, lass uns glücklich sein!

 

Das Goranî ist ein Typ, der den Gesang im weiteren Sinne darstellt und wird ziemlich frei in Strophen, mit Instrument begleitend gesungen. Die meistverwendeten Maqâms im Goranî sind Bayatî und Hîdchas. Jeder Strophe geht ein Vorspiel voraus, das melodische Wendungen der Strophe innehat und die tonale Grundlage (maqân) vorbreitet. Der Gesang wird jeweils von einem Instrument begleitet: Ud, Kanûn, Violine oder Nây sind die häufig verwendete Instrumente. Wobei manchmal es auch manchmal zur einer Heterophonie kommt, die vielfältige reich von Bordun- und Organum-Bildungen bis zur freien Variantenpolyphonie Formen bilden.


Literatur: Die Musik in Kurdistan / Nour-Al-Din Al-Salihi, Frankfurt am Main: Peter Lang, 1989. - 173 p. Kendal Nezan, "Kurdish Music and Dance," In: World of Music 21  (1979): 19-32; and O’Shea, "Between the Map and the Reality." Bayrak, Mehmet, Kürt Müziği, Dansları ve Şarkıları-Cilt 1, Özge Yayınları, 2002. Celîl, Cemîla & Naza, Stran û Dîlanên Kurdî, Institut Of Kurdologie-Venna, 2001.

 


Goranî

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