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Diversa: Hurmuzgan (Gedicht)
Geschrieben am Samstag, 24. Dezember 2011 von Baran Ruciyar

Diversa

Das sog. Hurmuzgan-Gedicht (auch Pseudoprotokurdica genannt), angeblich aus dem 7. Jahrhundert, stammt von Dr. Saʿid Khan Kordestani, der in den 1930ern behauptete es auf ein Lederstück eingeritzt, in der Nähe von Silêmanî, in Hazermerd, entdeckt zu haben. 



Darin soll angeblich, in einer synthetischen Sprache, eine Art Mischsprache zwischen Hewramî und Soranî, die man als „Protokurdisch“ propagierte, die Vernichtung der zoroastrischen Religion während der islamischen Invasion angeklagt werden. Obschon das Original bis heute nicht aufgetaucht ist und es von Autoritäten der Kurdologie, wie McKenzie, vehement als „fiktiv“ bekämpft wurde, hat das „Klagegedicht“ seit seiner „Entdeckung“ eine rege Rezeption (sowohl in der europäischen als auch in der kurdischen Kurdologie) erfahren und ein Ende scheint nicht in Sicht zu sein; Behrendt meint sehr treffend: „Einmal in die Welt gesetzt jedoch, zog das „Lederstück“ Kreise, es entsprach einfach zu sehr dem Hunger nach ‚historischen‘ Beweisen für die kurdisch-nationale Geschichtsinterpretation von einer Jahrtausende währenden nationalen Unterdrückung.“ Selbst heute noch kursiert das Gedicht in kurdisch-nationalistischen Kreise als historischer Beweis für die lange Geschichte der kurdischen Nation bzw. der kurdischen Sprache.


Quellen: Behrendt, Max G.: Nationalismus in Kurdistan, 1992 (online). Eroglu, Serdar: Hürmüzgan(23.12.2011)


Hurmuzgan (Gedicht)

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