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Freiheitskampf: Ismael Agha genannt Simko
Geschrieben am Montag, 23. Januar 2012 von rinret

Herrschaftsstrukturen

Simko Şikak (Ismael Agha Simko) wurde 1887 in der Nähe von Urmiye auf der Festung Khari geboren. Er entstammt aus dem Geschlecht der Shakak.



Laut Sherefname gehörten die Shakak zu einen der vier Kriegerstämme in der Nahiya Fimik des Fürstentums Jazîra.Simkos Familie war zu seiner Zeit eine der bekanntesten Geschlechter im Iran, die schon während der Zeit der Kadjaren politisch sehr aktiv waren. Zu Zeiten Simkos war die Shakak- Konföderation die zweitgrößte im gesamten Iran. Durch die Oktoberrevolution 1917 und den Zusammenbruch des Osmanischen Reiches, waren beide ehemaligen Großreiche gezwungen, ihre Armeen auf dem kurdischen Gebiet im heutigen Iran erheblich zu reduzieren. Damit entstand in Kurdistan ein Machtvakuum, das Simko zu seinen Gunsten ausnutzte, was später als Simko-Aufstand in die Geschichte eingehen sollte.

1918 begann sein Eroberungszug in seiner Heimat, wo er das gesamte Gebiet um Urmiye einnahm.Als Clanoberhaupt eroberte er von 1919 bis 1922 das gesamte Gebiet Westaserbaidschans bis hin nach Bane. Da zu dieser Zeit die persische Zentralregierung in Teheran einmal durch den Weltkrieg, aber vor allem durch interne politische Kämpfe ebenfalls geschwächt war, hatte er auch von dieser Seite nichts zu befürchten.

1921 führte er seine Eroberungen gegen die Stämme Mamesh und Mangur bei Mahabad, die sich allerdings noch vor der Eroberung der Stadt Simko anschlossen, nicht zuletzt aus dem Grund, da der Leitspruch seiner Kampfeszüge den Spruch der Freiheit für die Kurden in sich trug, denn seine Forderungen waren die nach einem unabhängigen Kurdistan.

Einfluss auf Simko’s Vorhaben hatten wohl auch Gefolgsgenossen, wie ein Sohn Bedirxan Begs, Abdurrazq Bedirxan und Seyyed Taha Gilani, ein Enkel des Sheikh Ubaidullah, zu denen er Kontakt pflegte. Erwähnenswert ist auch, dass Seyyed Gilani die Vereinigung der Kurden  in der Türkei und dem Iran zu einem gemeinsamen Staat befürwortete. Ebenso hatten sich bewaffnete Kampfverbände der Dimlis und Zerza  unter die Befehlsgewalt Simko’s begeben. Somit konnte er nun über 4000 bewaffnete Gefolgsleute für sich verzeichnen.

Ebenfalls 1921 eroberte er Maghara und ermunterte die Luren, sich auch gegen den Shah zu erheben. 1922 eroberte Simko schließlich Bane und Zerdasht.Da wie bereits erwähnt, die Zentralregierung sich außer Stande sah, gegen Simko erfolgreich vorzugehen, gingen sie auf eine begrenzte Teilautonomie Kurdistans ein.

1922 jedoch wurde der Befreiungszug der Kurden gestoppt. Am Ende eroberte die Zentralregierung sogar seine Heimat um Urmiye zurück, so dass Simko gezwungen war mit über tausend Gefolgsleuten in den Irak zu flüchten, wo er seine Waffen niederlegen musste.

Doch auch dort blieb er nicht untätig, sondern knüpfte sofort Kontakt zu verschiedenen Stammesführern, um eine Rückkehr in den Iran vorzubereiten. Doch leider erhielt er von keinem eine Unterstützung.

 

Acht Jahre später, 1930, wurde ihm ein Angebot zur Rückkehr in den Iran gemacht, dem er auch nachkam. Allerdings war dieses Angebot ein geplanter Hinterhalt, bei dem er erschossen wurde.

 

Nicht nur in der Politik hatte sich Simko engagiert, sondern er legte ebenso Wert auf die kurdische Kultur und Bildung. Das veranlasste ihn in Khoy eine kurdische Schule zu gründen. Mit A. Bedirxan brachte er außerdem ein kurdisches Magazin „Kurdistan“ heraus, das monatlich erschien.

 

 


Quellen:  Bruinessen, Martin van: Kurdish Tribes and the State of Iran. The Case of Simko’s Revolt, In: R. Trapper, ed., The Conflict of Tribe and the State in Iran and Afghanistan, New York, 1983, s. 364-400. Minorsky, V.:Shakakî in E.I.1.  F. Kashani-Sabet,Frontier Fictions: Shaping the Iranian Nation, 1804-1946,328 pp., I.B. Tauris, 1999.  Kanjori, J.: Die soziale Umwälzung im iranischen Kurdistan. Münster 1992 

 

Ismael Agha genannt Simko

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