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Geographie/Demographie: Karakoçan (Depe)
Geschrieben am Donnerstag, 04. März 2010 von Baran Ruciyar

Geographie

Karakoçan, das auch (kurdisch:) Depe genannt wird, liegt in der heutigen türkischen Provinz Elaziğ zur Grenze nach Bingöl und Tunceli in Nordkurdistan. 1997 zählte der Landkreis 30.000 Einwohner, die sich aus Kurden (kurmancî- und kirmanckîsprachige) und Türken zusammensetzen, die mehrheitlich Aleviten sind. Aber es lebten hier auch bis zum ersten Weltkrieg Armenier.

Geographisch gesehen liegt der Landkreis auf einer Höhe von 1090m, der außerdem den 2372m hohen Berg Kirûcê beinhaltet. In der Region befinden sich mehrere Staudämme, die das Wasser des Peri, Kauşçu und Ohi auffangen.

 Historisch gesehen ist Karakoçan ein geschichtsreicher Ort, jedoch finden sich außer einiger Felsengräber aus römischer Zeit keine archäologischen oder historischen Stücke.

Das Gebiert von Karakoçan gehörte einst zum Reich der Hethiter und Urartäer. Später sollen hier die Meder, Perser, Römer und Byzantiner geherrscht haben. Außerdem war der Ort einst das Grenzgebiet, dass von Parthern und Sassaniden heftig umkämpft wurde.

Laut Ali Kemali soll zu Zeiten des Kalifen Umar Karakoçan von dem General Khalid ibn al-Walid erobert worden sein. Ebenso trugen hier die Araber und Byzantiner sowie die Perser und Türken ihre Kämpfe aus.

1107 eroberte der Seldschukenkommandant Türkmen Çubuk Bey neben Harput, Palu, Arapgir, Eğin und Çemişgezek auch Karakoçan. Später fiel der Ort unter Kai Kobad I. dessen Sultanat zu. In verlorenen Schlacht von Köse Dağ der Seldschuken gegen die Mongolen wechselte hier die Oberhoheit in Karakoçan, das von nun an unter Herrschaft von Ilkhane Karakoçon fiel. Später fiel die Region unter die Oberhoheit der Aqqonyunlu und danach den Safaviden zu. Nach dem Sieg Sultan Selims gegen die Safaviden wurde Karakoçan schließlich an das Osmanische Reich angegliedert.

Im ersten Weltkrieg wurde der Ort zu einem der wichtigsten Stützpunkte der osmanischen Armee, zu denen u.a. auch Mustafal Kemal (Atatürk) und Ismet Inönü anhörten.
1936/37 wurde aus den Bezirken und Kreisen Kiği, Çan, Ohi, Lahan und Palu der Landkreis Karakoçan gegründet. Den Name für diesen Landkreis gab das Dorf Karakoçan, was Verwaltungssitz werden sollte. Allerdings fiel am Ende die Wahl auf das Dorf Tepe, da dies verkehrsgünstiger lag.

 

Karakocan_1.bmp


Karakoçan (Depe)

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