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Diaspora: Kurdische Diaspora in Asien, Australien und Kaukasus
Geschrieben am Samstag, 28. April 2012 von Baran Ruciyar

Diaspora

Die kurdische Diaspora in Australien, Kaukasus, Vorder- und Zentralasien.

1. Zentralasien

Die Geschichte der kurdischen Diaspora im zentralasiatischen Raum (inkl. Afghanistan und Pakistan) geht auf das 16. Jh. zurück. Einige der im 16. Jh. nach Khorasan vertriebene Kurdenstämme kamen sogar bis Afghanistan. Laut M. E. Zekî Beg sind vereinzelte kurdische Enklaven in Belutschistan und Pakistan anzutreffen1.

Die zweite kurdische Enklave - neben Kaukasus - in der Sowjetunion entstand nach der Grenzziehung zwischen dem Iran und der Sowjetunion. Einige Kurdenstämme blieben danach jenseits der Grenze auf sowjetischem (heute Turkmenistan) Territorium. Durch den massiven Assimilationsdruck von turkmenischer Seite ist die sprachliche Assimilation unter ihnen relativ fortgeschritten2.

Unter Stalin fielen die Kurden im Kaukasus der willkürlichen Deportationspolitik zum Opfer. Tausende von Kurden wurden auf die Sowjet-Republiken und Sibirien verteilt; manche emigrierten, andere blieben in ihrer neuen Heimat.

Zuzug erhielten die kurdischen Gemeinden im postsowjetischen Raum durch die Arbeitsmigranten aus Türkisch-Kurdistan in den späten 1990ern. In Zahlen:

 

Kasachstan 30. 0003 (34. 0004 - 46. 0005) 50. 0006

Usbekistan 2. 0007 – 10. 0008

Turkmenistan 40. 0009 – 50. 00010

Kirgisien 20. 00011 – 30. 00012

Tadschikistan 3. 00013

Russland (Sibirien) 35. 00014

Afghanistan 26. 00015 – 200. 00016

 

 

2. Vorderasien

Die ersten kurdischen Stämme wanderten im 13. Jh. während der Ayyubiden-Herrschaft in Libanon ein. Die Canpolat, ein Kurdengeschlecht aus Kilîs, hat heute noch eine tragende Rolle in der drusischen Religionsgemeinde inne.

In den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts setzte eine Migrationswelle der Kurdistani Juden ein. Der größte Teil der sog. Kurdischen Juden emigrierte in einer relativ engen Zeitspanne nach Israel.

Auch in Jordanien existiert eine kleine kurdisch-alevitische bzw. kurdisch-ezidische Gemeinde.

Kurdische Arbeitsmigranten in Saudi Arabien, Kuwait und den Arabischen Emiraten – verhältnismäßig zu Europa in relativ geringer Anzahl – wären auch zu erwähnen.

 

Libanon 75. 000 bis 100.00017

Israel 100. 00018 – 15. 00019

Jordanien 4. 00020 – 40. 00021 

 

 

3. Kaukasus

Die kurdischen Gemeinden in Armenien und Georgien bestehen hauptsächlich aus ezidischen Kurden, welche zu Beginn des 20.Jh in diese Ländern geflüchtet sind. In Aserbaidschan und Nachtschivan schwinden sie seit den 30ern kontinuierlich. In Russisch-Kaukasus, v.a. in der Republik Adygeja und der Region Krasnodar leben einige Tausend Kurden. Diese stammen aus Armenien und Rotes Kurdistan.

 

Armenien 45. 00022 – 75. 00023

Aserbaidschan 12. 000 – 30. 00024

Georgien 20. 00025

Russland (Kaukasus) 30. 00026 – 40. 00027

 

 

4. Australien

In Australien und Neuseeland lebenden Kurden sind Arbeitsmigranten, welche seit den 80ern dorthin immigriert waren.

 

Australien 3. 00028 – 16. 00029

Neuseeland 60030

 

 

5. Links

 

 

6. Literatur

  • Deborah Russo & Kerim Yildiz: The Kurds of Azerbaijan & Armenia: An Update on Ethnic Minorities and Human Rights, KHRP 2000
  • Yalçin-Heckmann, Lale; Müller, Daniel: Zwischen Assimilation und Akkomodation : zur Geschichte und Gegenwart der Kurden in Aserbaidschan, in: Die Kurden (Conerman, S. & Haig, G. (Hrsg.): Studien zu ihrer Sprache, Geschichte und Kultur, s. 151 – 206
  • Şamil, Hejar: Diaspora Kurdleri, Peri Yayinlari Istanbul 2005
  • Th. de Waal: Black garden: Armenian and Azerbaijan through peace and war. New York, 2003
  • Wanli, Ismet Cherif: Kurdistan und die Kurden Bd. III, Göttingen 1988

 

1M. E. Zekî Beg. Kurtîyek ji Mêjûwa Kurd û Kurdistan, Berlin 1994. s. 47 f.

 

 2Bahman Aghai Diba: Who gave the Kurdish city of Firoozeh to Niazov? auf cskk.org (12.02.09

 

3Hassanpour, M. & Mojab, S.: Kurdish Diaspora, in: Encyclopedia of Diaspora, Springer Verlag 2004, s. 214.

 

4Joshua Project: Kurds of Kazakhstan (12.02.09)

 

5Ethnische Minoritäten in Kasachstan, auf rferl.org (12.02.09)

 

6Oleg Sidorov: The kurdish diaspora, auf gazeta.kz, (12.02.09)

 

7Yildirim, Ömer: Kürt Diazporasi, auf mizgin.net (12.02.09)

 

8McDowall, D.: A Modern History of the Kurds, I.B.Tauris, 2004, s. 490

 

9Kurdische Institut zu Paris: Kurdorama (12.02.09)

 

10Hassanpour & Mojab; 214.

 

11Vgl. ebenda.

 

12Yildirim, Ömer: Kürt Diazporasi, auf mizgin.net (13.02.09)

 

13Hassanpour & Mojab; 214.

 

14Vgl. ebenda, McDowall; 490.

 

15The Kurdish of Afghanistan, auf kcm.co.kr (14.02.09)

 

16Vgl. Kurdorama (12.02.09)

 

17Lokman I. M.: The Kurds and Kurdistan: A General Background, in Kurdish Culture and Society: An Annotated Bibliography. Comp. Lokman I. Meho & Kelly Maglaughlin (Westport, CT: Greenwood Press, 2001), s. 4.

 

18Vgl. ebenda.

 

19Kurdish Jewish Community in Israel, auf jcjcr.org (12.02.09)

 

20Joshua Project: Kurds of Jordan (12.02.09)

 

21Siehe das Lemma: „Kurden in Jordanien“.

 

22Kurdische Institut zu Paris: Kurdorama (12.02.09)

 

23McDowall, D.: A Modern History of the Kurds, I.B.Tauris, 2004, s. 490.

 

24Vgl. Hassanpour & Mojab; 214.

 

25Sarah Reinke: Kurdische Yezidi aus Georgien, auf gfbv.de (13.02.09)

 

26Hassanpour & Mojab; 214.

 

27Russische census 2002, auf prepis2002.ru (12.02.09) mit als eine separate Volksgruppe angeführten Yeziden.

 

28Vgl. Hassanpour & Mojab; 214.

 

29Siehe das Lemma: „Kurden in Australien“.

 

30Vgl. Hassanpour & Mojab; 214.


Kurdische Diaspora in Asien, Australien und Kaukasus

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