KURDICA - Die Kurdische Enzyklopädie  
  Willkommen Home |  Über Kurdica |  Gästebuch |  Sponsoren |  Feedback  
Suchen


Menü

Allgemeine Geschichte: Luft´Ali Khan Zand
Geschrieben am Mittwoch, 29. Oktober 2008 von Baran Ruciyar

Herrschaftsstrukturen

Lutf ´Ali Khan Zand (ku.Liftî Khanê Zend), der letzte Fürst der kurdischen Zand-Dynastie in Persien, wurde um 1769 als Sohn Cafer´s (Dja´far), eines Sohns Kerîm Xanê Zend´s (Karim Khan Zand), geboren. Cafer, der sich im Jahre 1785 der Regierung bemächtigt hatte, führte den Kampf gegen den Kadjar Agha Muhammed fort, der ihn zwang, sich nach Schiraz zurückzuziehen, wo er am 23. Januar 1789 durch Gift umkam.

Während der letzten Zeit der Regierung seines Vaters war Litfî Khan mit der Eroberung von Laristan und Kirman betraut, eine Aufgabe, der er mit Erfolg nachkam. Aber nach dem Tode Cafer´s zwangen ihn die Umstände vor seiner eigenen Armee nach Kirman zufliehen und bei dem arabischen Herrn Buschii Zuflucht zu suchen. Mit dessen Hilfe gelang es ihm, sich seiner Hauptstadt Schiraz zu bemächtigen, wo ein gewisser Saiyid Murad sich als König hatte ausrufen lassen. Er verdankte es vor allem dem Minister seines Vaters Hadjdji Ibrahim, der die Stellung eines Bürgermeisters der Stadt inne hatte, dass er seine Anerkennung als Herrscher wieder durchsetze.
Nach der Thronbesteigung änderte sich anscheinend der Charakter des jungen Fürsten, dessen Freundlichkeit und Großmut bis dahin ebenso gelobt wurden, wie seine persönliche Tapferkeit. Seine Gewalttaten und Grausamkeiten veranlassten Hadjdji Ibrahim, seinen gemeinsamen Kampf mit dem Zand aufzugeben und ihn an seinen Feind zu verraten. Dies geschah im Jahre 1791, als Litfî Khan gegen Agha Muhammed Khan aufbrach. Hadjdji Ibrahim bemächtigte sich der Stadt Schiraz und provozierte Litfî Khans Truppen, um ihn zu reizen. Litfî Khan entfloh Richtung Küste, und es lang ihm sogar, eine kleine Schar von Bewaffneten um sich zu sammeln, mit der er vergeblich versuchte, Schiraz wieder einzunehmen.
Dann folgten einige Jahre Guerillakrieg, den Litfî Khan mit unglaublicher Energie gegen den Kadjar führte. Er irrte in ganz Südpersien umher, fand für einige Zeit in dem Herrn von Tabas eine Schütze und nahm vorübergehend selbst Yazd ein. Im Jahre 1794 erhielt er von dem Oberhaupt im Bezirk Narmasîr Hilfe und eroberte sogar Kirman. Hier belagerte ihn Agha Muhammed mit einer großen Truppenmacht. Nach vier Monaten fiel die Stadt; Litfî Khan gelang es noch nach Bam zu entkommen. Ihm folgten einige Kurdenstämme der Gûran, Yelhan, Zengene und Zend, wurde aber hier durch Verrat seines Feindes ausgeliefert, der ihn nach Teheran brachte, wo er ihn blenden und verstümmeln und schließlich hinrichten lies. Daruf nahm der Kadjar jene furchtbare Rache an den Bewohner der Stadt Kirman.

Litfî Khanê Zend war die letzte ritterliche Gestalt unter den Herrschern Persiens und besaß wahrscheinlich die Sympathien vieler seiner Zeitgenossen; wie berichtet wird, hat selbst Agha Muhammed Kadjar offen seine Bedeutung anerkannt.
Da aber seine Geschichte in Persien unter dem neuen Herrschergeschlecht der Kadjar geschrieben wurde, konnten die persischen Quellen ihm nicht viel Sympathie entgegenbringen; die europäischen Quellen geben dagegen ein treues Bild von den Ereignissen wieder. In dessen zaudern neuere persische Geschichtschreiber, wie Mirza Muhammed Ali Khan, nicht, die Handlungsweise Ibrahim´s als Verrat zu betrachten. Hadjdji Ibrahim, der bald Minister Agha Muhammed Khan´s wurde, hat sich gleichwohl bemüht, Sir John Malcolm gegenüber sein Verhalten zu rechtfertigen.

 


Quelle: LUTF `ALI KHÂN von J.M. KRAMERS IN: EI1 Vol. II. s. 58-59

Luft´Ali Khan Zand

Keine anonymen Kommentare möglich, bitte zuerst anmelden

Für den Inhalt der Kommentare sind die Verfasser verantwortlich.



Die Artikel sind geistiges Eigentum des/der jeweiligen Autoren,
alles andere © 2008 - 2013 by KURDICA - Die Kurdische Enzyklopädie
Seitenerstellung in 0.0451 Sekunden, mit 17 Datenbank-Abfragen | Kurdistan Online Magazin