KURDICA - Die Kurdische Enzyklopädie  
  Willkommen Home |  Über Kurdica |  Gästebuch |  Sponsoren |  Feedback  
Suchen


Menü

Religion: Piralî und Batizmî
Geschrieben am Montag, 17. Dezember 2012 von rinret

Religion

Batizmî ist ein ezidisches Fest, dass Ende Dezember begangen wird. Eng verbunden ist dieses Fest mit dem Derwisch Pîrali.

Der Derwisch Pîrali


Die Geschichte des Derwisch’s Pîrali ist ein kurdischer Mythos, der unter den Ezidî zu finden ist. Die Sage um Pîrali ist eng mit den Christen verbunden. Laut der Sage kam Pîrali zu den Cêlki[i]in eine Kirche in der Gegend um Ciyayê Şore. Der Derwisch stellte sich ihnen als arbeitsuchender Schäfer vor. Der Bauer, der ihn anstellte, war mit dessen Arbeit sehr zufrieden, obwohl Pîreli die Tiere nie weiden ließ, gediehen sie trotzdem sehr gut und jedes Einzelne brachte im Frühjahr sogar Zwillinge zur Welt. Doch die Wunder erweckten in dem Bauern Misstrauen, so dass er ihn bei der Arbeit beobachtete.  Da erkannte der Bauer, wer Pîrali wirklich war und bat ihm um Vergebung. Pîrali segnete den Bauer und seine Herde und verschwand. Der Mythos berichtet weiter, dass Pîrali danach in andere Dörfer ging, wie zu den Kiwexî, Badşinî, Xerabî und zu den Dasîkan.

Eine andere Geschichte aus dem Pîrali Mythos besagt, dass die Angehörigen des Stammes der Cêlki Pîrali Opfergaben darbrachten.  Doch ein junger Mann aus der Familie der Bozera war zu arm, um dem Derwisch etwas zu geben, so ging er nach Hause und bat seine Mutter um Rat, die ein besonderes Brot, Sawik , aus Gerstenmehl als Opfergabe backte. Pîrali nahm das Brot als Opfergabe an und machte es von da an zum Tobark[ii]. Seit dieser Zeit backte man das Xawra Pirali.

Eine weitere Geschichte finden wir in der Gegend Tur Abdin, wo sich der Derwisch mit seinem Namen vorstellte. Die Menschen in Tur Abdin glaubten ihn jedoch nicht und stellten ihn auf die Probe. Pîrali ließ die Bewohner von Tur Abdin erstaunen, in dem er eine Kuh, die geopferte wurde, wieder zum Leben erwecken ließ. Diese Geschichte machte Pîrali berühmt.

Bevor Pîrali Tur Abdin verließ, erlegte er den Bewohnern auf, ihm zu Ehren ein Fest zu begehen, das Batizmi-Fest.


Das Batizmi Fest


Das Batizmi Fest zu Ehren des Derwisch’s Pîrali wird an sieben Tagen begangen, und beginnt immer an einem Sonntag, genau 2 Wochen nach dem Fest für Ezî, nachdem dreiwöchigem Fasten. Jeder Tag ist mit einem bestimmten Ritus belegt und sollte genau eingehalten werden.


·        Sonntag:       Tag der Reinigung. Das Haus wird geputzt und man wäscht die Wäsche

·        Montag:        erster Fastentag.  Während des Fastens ist es Brauch zubereitete Speisen arme Leute zu verteilen

·        Dienstag:      zweiter Fastentag

·        Mittwoch:      dritter Fastentag. Am Nachmittag wird die Opferung des Tieres vorgenommen.

·        Donnerstag:  findet die Şevbahat[iii]statt. Am Nachmittag wird das Xawra Pîrali gebacken

·        Freitag:        Tag der Besuche. Man besucht Verwandte und Freunde und spricht Glückwünsche zu Fest aus. Frauen besuchen an diesem Tag immer ihre Eltern.

·        Samstag:      Neujahrsfest


Die drei Fastentage während der Zeit von Batizmî sind dem Sonnengott Şeşims gewidmet.

Während dieses Festes ist es Brauch, das Xawra Pîrali zu backen. Jedoch darf das Brot nur von den Familien der Bozera zubereitet werden, die bis heute als Midşewîr[iv] gelten. Jede Familie muss zum Fest drei Brote backen und diese unter den Gästen, den Şeşims[v]und Pîrali verteilen.

Während des Festes sollen die Ezidi ein Tieropfer darbringen. Die Opferung hat bestimmten Regeln zu folgen, die von dem Derwisch selbst festgelegt wurden.

Von der rechten Seite des Opfertieres müssen sieben Stück Fleisch entnommen werden. Die Zahl sieben steht hier für die sieben Engel, zu denen hier auch Pîrali gehört. Die rechte Seite wird wie folgt geteilt: Nacken, Brust, ein Rippenknochen, sieben Wirbel der Wirbelsäule und das rechte Vorderbein wird in drei Stücke geteilt.

 

Quellen: Arakelova, V.: Three figures from the Yezidi folk pantheon. In: Iran and Caucasus.Vol.6.1-2; Brill, Leiden, 2002, S. 57-74; Rashow, Khalil J.: Pirali und Batizmi. (auf: kaniya-sipi.de). Düchting, J.: Die Kinder des Engel Pfau: Religion und Geschichte der kurdischen Yezidi. Bd.1. Bonn, 2004


[i] Das Volk der Cêlki sind Ezidi

[ii]gesegnetes Brot, welches die Priester an Laien verschenken

[iii] Die Nacht der Versöhnung

[iv] Diener Pîrali’s

[v]Ezidischer Sonnengott

 

Piralî und Batizmî

Keine anonymen Kommentare möglich, bitte zuerst anmelden

Für den Inhalt der Kommentare sind die Verfasser verantwortlich.



Die Artikel sind geistiges Eigentum des/der jeweiligen Autoren,
alles andere © 2008 - 2017 by KURDICA - Die Kurdische Enzyklopädie
Seitenerstellung in 0.0452 Sekunden, mit 17 Datenbank-Abfragen | Kurdistan Online Magazin