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Politik: Sheikh Ali Riza
Geschrieben am Mittwoch, 01. Februar 2012 von Baran Ruciyar

Politik in Kurdistan rinret schreibt:
Sheikh Ali Riza (ku. Shêx Elî Riza), ein Politiker und der älteste Sohn von Sheikh Said.

Während sein Vater Sheikh Said in Diyarbakir/Amed hingerichtet wurde, wurde die Familie in Xinûs unter Beaufsichtigung gestellt und danach nach Isparta verbannt. Anlässlich der Generalamnestie von 1928 kehrte die Familie schließlich wieder zurück. Zu dieser Zeit war Sheikh Ali in Bagdad, kam aber ebenfalls 1928 aus dem Irak, wo er eine kurdisch-islamische Partei gegründet hatte, zurück und wurde durch die türkisch Behörden sofort verhaftet. 1934 wurde die Familie anlässlich des „Besiedlungsgesetzes“ wiederholt nach Thrakien verbannt, wo sie 13 Jahre verbrachten.

 

Sheikh Ali Riza war ein Fachmann in Bezug auf die Kurdenfrage und der Religion. Er war auch ein Mann des Volkes, der es auch selbst nicht mochte, mit dem Titel eines Sheikhs angesprochen zu werden.

 

Als in der Türkei das Mehrparteiensystem eingeführt wurde, hielt Ali Riza ein Angebot von der DP, die Führung der Partei in Erzirum zu übernehmen, welches er zunächst auch annahm. Jedoch wurde er wegen unüberbrückbarer Differenzen später wieder aus diesem Amt entlassen. Man warf ihm sogar vor, er würde als Sohn Sheikh Saids vaterlandsverräterische Gedanken führen. So wurde er gezwungen auch seine Kandidator für das türkischen Parlament zurückzuziehen. Zur Begründung hieß es damals, dass sich 3 Exekutivkräfte der Provinz gegen seine Kandidatur stellen würden.

 

Über das kurdische Problem meinte er, dass dieses Problem weltweit eine „unbekannte Größe“ sei, die genau definiert werden müsse, um sie ernst zu nehmen. Das Problem sei, dass die Kurdenproblematik zwar international bekannt ist, aber die Zusammenhänge unerkannt blieben. Er war überzeugt davon, dass dieses Problem nicht mit einem Kampf in den Bergen gelöst werden könne, sonder viel mehr sei es notwendig, die Weltöffentlichkeit aufzuklären, dabei nahm er seine Einstellungen gegen einen bewaffneten Kampf nahm er aus den gescheiterten Aufständen zur Zeit seines Vaters.

 

Kurz vor seinem Tode am Krankenbett in Ankara gab er seinen engsten Freunden und Verwandten noch folgenden Rat: „Legt Wert darauf, Kinder, nicht von Musa Anters Weg abzuweichen! Sonst könnte ich euch nicht um Vergebung für euch zugefügtes Unrecht bitten.“ 

 

 

 


 

Quellen: Musa Anter: Meine Memoiren. übersetzt von Ernst Themel. Istanbul 1991; Interview mit Ahmet Firat erschienen in der YÖP 25.05.07.

Sheikh Ali Riza

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