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Politik: Sultan Abdul-Hamid und die Kurden
Geschrieben am Dienstag, 02. April 2013 von Baran Ruciyar

Politik in Kurdistan

Das im 19. Jahrhundert durch Eindringen des europäischen Imperialismus und durch innere Aufstände geschwächte Osmanische Reich unter Abdul-Hamid II (1876 – 1909) setzte den Reformkurs seines Vorgängers fort. Jedoch liefen einige Maßnahmen Abdul-Hamid II den Reformabsichten entgegen. Hierzu gehörte die Ansiedlung von Nomaden und die Destabilisierung kurdischer Stämme.

Schon 1891 gründete er die nach ihm benannte Stammesmiliz, „Hamidiye“. Diese Hamidiyemilizen, die die Kontrolle über die Ostprovinzen des Reiches übernehmen sollten, verhielten sich dem sunnitschen Sultan gegenüber loyal. Ihre Mitglieder setzten sich aus nomadischen und halbnomadischen kurdischen Stämmen zusammen, die in Form von Regimentern aufgestellt wurden. Große Stämme hingegen besaßen ihr eigenes Regiment, während mehrere kleinere Stämme ein gemeinsames, übergeordnetes Regiment hatten.

 

Die Offiziere der regulären Armee des osmanischen Reiches bildeten die Hamidiye-Regimenter nach dem Vorbild der russischen Kosaken aus. Die Familien der Rekruten wurden von Steuern befreit und erhielten ein Gehalt. Die Zahl der Regimenter im Jahre 1899 wurde auf 62 gezählt.

Die Aufstellung der Hamidiye-Regimenter zielte auf eine bessere Kontrolle der Kurden ab und auf die Unterdrückungen der armenischen Ambitionen, die auf einen „Separatismus“, welcher „von den Russen geschürt“ (siehe Arfa, 1966: 31)[1] worden sei, ausgerichtet waren. Ternon berichtet hierzu, Abdul-Hamid II habe die Kurden als Hamidiye-Regimenter organisiert und mit modernen Waffen ausgerüstet. Durch die Vorgehensweise schürt der Sultan gleichzeitig die Rivalitäten zwischen den kurdischen und armenischen Nomaden.

Die Gründung der Hamidiye-Regimenter bracht e vielen Kurden arbeit und Prestige, daher genoss der Sultan das Ansehen eines „Bave Kurdan“ (Vater der Kurden)

Sie Osmanen wollten hierdurch die Loyalität der Kurden gegenüber dem Sultan herbeiführen, um auf diese Weise wie Arfa belegt ihren Aktivitäten gegen die Zentralregierung zuvorkommen. Es schien ein wichtiges Ziel der Osmanen zu sein, die Kurden noch stärker zu entzweien und zweifellos konnten die Kurden so besser als unter polizeilicher Obhut kontrolliert werden.


Aus der Dissertation von Jalal Kanjori: Die soziale Umwälzung im iranischen Kurdistan. Münster 1992


Sultan Abdul-Hamid und die Kurden

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