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Allgemeine Geschichte: Têrikan
Geschrieben am Mittwoch, 17. September 2008 von Baran Ruciyar

Herrschaftsstrukturen

Die Terikan oder Têrikan ist ein sunnitischer Kurdenclan im östlichen Diyarbakir, Bitlis und Mittelanatolien. Ziya Gökalp bezeichnet sie als Türken und behauptet, dass der Name von Tirkan, der kurdischen Bezeichnung für „Türken“ kommt. Gökalp hat wahrscheinlich die Terikan mit den Tirkan, einem Unterclan der Baddili in Urfa, die als Türkmenen angesehen werden, verwechselt.



Die Tirkan in Urfa, welche Izady (The Kurds, 1992;80ff.) uns unter dem Clan der Berazî-Konföderation anführt, sind wahrscheinlich Turkmenen, die einst im heutigen Syrien beheimatet waren. Nach der Grenzziehung zwischen der Türkei und Syrien wanderten sie nach Urfa und Antep, wo sie mit den Baddili und Berazî zusammenleben und von ihnen auch assimiliert wurden.

Izady nach leitet sich der Name dieses Stammes von Tirganavand ab, benannt nach dem legendären armenischen König Tirgan. Sykes, der die Abteilung der Terikan in Hanî, als wohlhabend, intelligent und sie aufgrund ihrer freundlichen Beziehung zu den Armeniern lobt, gibt an, dass ihre armenische Nachbarn ihnen armenischen Wurzeln anvermuteten (Sir Mark Sykes, The Caliphs' Last Heritage: A short history of the Turkish Empire. London: Macmillan and Co., Limited, 1915, "Appendix," pp. 553-588).

Doch hat ihr Name auch seinen Platz im kurdischen Wortschatz. Der Name konnte sich gewiss von têrikan= die Satten hergeleitet haben.

Entsprechend Izadys Karte und Necati Kanoglu (Terikan, in: Bîrnebûn 20, s. 71 ff.) lebt heute dieser Stamm in Ostdiyarbakir und in Anatolien (Cankiri, Ankara, Konya), wohin sie von den Osmanen deportiert wurden. Ihre Oralliteratur nach sind sie von den Mîlan.


Têrikan

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