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Ziel der türkischen Medien – die DTP

Geschrieben am Dienstag, 13. November 2007

Die zensierte Medienlandschaft der Türkei übernimmt für den Staat die Aufgabe der Schürung des Hasses und des Rassismus gegen die Mitglieder der DTP.

Nach der Zwangsherabsetzung der Vorsitzenden der DTP (qirayis.de berichtete) und zu der damit hängenden Wahl des neuen Vorsitzenden, wurde seitens der türkischen Medien nur angeführt, dass die Nationalhymne nicht gesungen worden ist, keine Bilder von Atatürk aufgehängt worden sind, dass auf kurdisch Reden gehalten worden sind usw. Die provokative und vom Staat unterstützte Haltung der Medien zeigt sich auch in den rassistischen Aufführungen der als neutral geltenden Programmoderatoren und Berichterstatter, wie zum Beispiel Ali Kırca. Diese Personen bezeichnen den seit 10 Jahren hinter Gittern befindlichen Abdullah Öcalan als Kopf der „Terroristen“ und betreiben Terrorpropaganda des Staates, schüren Hass und belügen das Volk. Die Sensationsnachrichten, mit denen die DTP-Mitglieder zum Schussfeld ernannt haben, zeigen sich auch in dem Resultat, dass nun eine Liste erstellt worden ist, auf der 10 DTP Mitglieder offen mit Ermordung bedroht werden

Per Fax wurden Mitglieder der DTP mit dem Tode bedroht. Nuray Kılınç, frühere Bürgermeisterin von Malatya, erhielt vergangenen Freitag ein Fax, in dem aufgeführt worden war, dass sie in den nächsten 72 Stunden ermordet werden würde. Wie wir in einem der jüngsten Beispiele, wie Hrant Dink ersehen können, werden diese Bedrohungen auch wahr gemacht. Ganz zu schweigen von den Machenschaften des Staates, in denen ohne eine Drohung einfach gemordet werden.

Eine Liste von den mit dem Tode bedrohten DTP-Mitgliedern ist gestern an die Zentrale der DTP gefaxt worden; folgende Namen waren mitunter auf der Liste vorhanden: Nuray Kılınç, Fatma Kurtulan, Sabaht Tuncel, Aysel Tuğluk, Ahmet Türk, Osman Baydemir und Songül Erol Abdil
Weiter ist auf de Fax aufgeführt worden:
“Ihr werden für das, was ihr gemacht habt einbüssen. Es soll ein Eid an Allah sein, zuerst wird eure Vorsitzende aus Malatya (damit ist Kılınç gemeint), werde ich euch alle einzeln umbringen“.

Die geplante Operation ausserhalb der türkischen Grenzen schürt also durch die Medien immer weiter Hass. Auch ist die Tatsache, dass die DTP-Mitglieder sich für die Freilassung der türkischen Soldaten eingesetzt und im Gremium ihren Platz eingenommen haben, ein Dorn im Auge der türkischen Politik. Die Angriffe gegen die DTP sind zur Zentralen unbewaffneten Waffe der türkischen Regierung geworden. Durch die Provokation greift die zivile manipulierte Bevölkerung das zivile kurdische Volk und natürlich die Mitglieder der DTP, wie auch Niederlassungen an.
Fatma Kurtulan, die auch im Gremium vorhanden vor, mit dem die Soldaten befreit worden sind, wird öffentlich als Terroristenfrau beschimpft, weil ihr Mann seit Jahren aktiver Mitglieder der PKK und jetzt der HPG ist. Bilder von ihrem Mann sind neben Murat Karayılan veröffentlicht worden und es werden immer wieder Bilder von ihm gezeigt, wie er auf einer Bilderdatei angezeigt wird, zu oberst auf der Reihe, so, dass man die Wörter „ gesuchte Terroristen“ gut lesen kann. Weiter hat man Kurtulan in den Medien gefragt, wer ihr wohl den Diamanten gekauft habe, der an ihrem Finger hinge. Fatma Kurtulan hatte bei den Wahlen des neuen DTP-Vorstandes einen Ring am Finger. Natürlich haben sich die türkischen Medien wie die Wölfe um Opfer gekümmert und nicht um die friedvollen Reden und die friedvollen Schriften. Man hat Frau Kurtulan als Monster darstellen wollen, und hat sich wie es ihre Kultur ist, auf äussere Erscheinungen und immer wieder die Wiederholung des Wortes Terror konzentriert.
Auf diese Weise kann man natürlich Menschen manipulieren und sie dazu bekommen, dass sie Mörder werden. Für ein Regime das erlogen und verlogen ist.
So kann es nämlich sein, dass ein Journalist der Zeitung Akşam, Recep Canpolat, ganz öffentlich erlügen kann, dass Frau Fatma Kurtulan im DTP Ausbildungslager in Süd-Kurdistan Kurse besucht und Bildung erhalten habe. Die Zeitung Hürriyet hat sich an dieser Nachricht festgehalten und noch eine Lüge drauf gesetzt, der Beweis sei eine weibliche Informantin, deren Codename „Doktor“ sei. Die Lüge kam auch gleich ans Tageslicht, die Frau auf dem Bild, das vor 9,5 Jahren gemacht worden sein soll, zeigte nicht Frau Kurtulan. Die Lüge der Nachricht kam mit dem Foto an’s Tageslicht.

Die DTP hat zu diesem Thema eine schriftliche Äusserung erbracht, die Nachricht von der Zeitung Akşam sei erfunden und erlogen. Zitat der Veröffentlichung der DTP: „Diese Nachricht ist samt ihrem Inhalt eine Verleumdung! Man muss kein Spezialist sein, um zu erkennen, dass das Bild in dieser Nachricht nicht von Frau Kurtulan ist. Wir verurteilen die Person, die sich Journalist nennt und diese Nachricht verfasst hat, wie auch die Medienorgane, die das veröffentlichen. Diese Art von erlogenen Nachrichten haben solche schweren Ergebnisse, wie das Schwinden der Sicherheit um das Leben. Es ist ganz offen, dass in der letzte Woche gegen unsere Bürgermeister und gegen den Vorstand unserer Partei, durch die Medien – mit Lug und Trug, durch verschiedene Stellen eine Kampagne geführt wird. In diesem Land sind schon vorher solche und ähnliche Nachrichtenbeispiel vorgekommen. Man wird in der Zukunft sehen, dass das heute erlebte auch ein Andıç Produkt ist. Das ist auch der Grund dafür, dass wir alle Medienorgane, vor aller erst die Zeitung Akşam, die diese Nachricht veröffentlich hat und allen Medienorganen, die dieser Nachricht Platz gegeben haben, dazu einladen, Verantwortung zu tragen und nicht Werkzeug derer werden, die unser Land in ein Chaos tragen wollen. „

Die DTP hat weiter auf den psychischen Krieg, den die Medienorgane durch ihre Nachrichten führen, hingewiesen und angemerkt, dass keiner dieser Medienorgane bei ihnen Rücksprache über die Wahrheit und den Inhalt dieser Nachricht nachgefragt habe. Die ethischen Grundsätze des Journalismus sind also übergangen worden. Weiter wurde auch seitens der DTP darauf hingewiesen, dass diese Nachrichten nach den Reden von Büyükanıt und Erdoğan veröffentlicht worden sind. Man habe seitens der DTP, nachdem man die Situation als Ganzes beobachtet habe herauskristallisieren können, dass seitens der Regierung auf den Knopf zum Rausschmiss der DTP aus der Regierungskörperschaft gedrückt worden ist. Auch hat die DTP alle Gelehrten, die Demokraten und alle die, die ein Gewissen haben, dazu geladen, gegen die Personen ein zu stehen, die sich gegen die Zukunft des Landes stellen. Es wurde auch darauf hingewiesen, dass diese und ähnliche Arten von psychologischem Krieg die Einstellung der DTP in keiner Weise beeinflussen werden. Sie werden ihren weg ohne jegliche Änderung weiter verfolgen.

In seiner Rede hat Büyükanıt das Wort DTP nicht nennen wollen. Man erwartet wohl mit dieser Politik eine friedliche Lösung. Sie sind auf Krieg, Mord und Todschlag aus und tun alles dafür, damit dies auch so bleibt.
Nurettin Demirtaş wurde nach seiner Wahl in verschiedenen Medien, durch Journalisten 2. und 3. Grades beleidigt und mit irgendwelchen Worten betitelt. Seine Vergangenheit wurde als Frass in den Zeitungen zur Schau gestellt, natürlich immer so geschrieben, dass auch gut genug Hass geschürt werden kann.

Auch die visionellen Medien tragen ihren Teil bei. Die erste Reaktion, weil im DTP-Kongress-Salon keine türkischen Fahnen hingen und dass die Nationalhymne nicht gesungen worden ist, kam von Abdullah Gül und wurde natürlich mehrmals hintereinander ausgestrahlt.
Gül, der Mann, der mit dem türkischen Militär eine Zusammenarbeit eingehen musste, damit er überhaupt gewählt werden durfte, stellt Gut und Böse, Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit in dieser Form in Frage.
In manchen Internetseiten ist die DTP mit Unanständigkeit beschuldigt worden, weil die türkische Nationalhymne nicht gesungen worden ist. Direkt nach der Äusserung von Gül.
Im Kanaltürk, in der Sendung von Kırıkkanat beschuldigte Tuncay Özkan die DTP ganz öffentlich und ignorierte sämtliche Grenzen. Er hat die DTP’ler als Halunken betitelt und noch weiter sagte er, dass der Name der Niederträchtigkeit nun DTP wäre.
Man müsse mal bedenken, die AKP würde auf solche Weise öffentlich beschuldigt, dies wäre wegen Beleidigung des Türkentums ein Muss für eine Verhandlung und Strafe. Nein, in der selben Sendung hat Özkan dann die Staatsanwaltschaft aufgefordert, zu handeln. Wegen Verleumdung und Beleidigung müsste er eigentlich strafrechtlich geahndet werden.
Weiter hat Kırıkkanat in ihrer Sendung die DTP-Mitglieder als ungebildet bezeichnet.
Auch in diversen Zeitungen konnte man die DTP als Ziel gut erkennen. Viele Journalisten, auch wenn man es nicht zu glauben vermag, dass die diesen Beruf erlernt haben sollen, sie sind eigentlich Kriegs- und Terrorpropagandisten, haben ihre kurdischen „Freunde“ dazu genutzt, die DTP in einem schlechten Bild dazustellen und als „Terroristen“ abzustempeln.

Nach keinem Kongress von keiner Wahl schaltet sich die Staatsanwaltschaft ein, um genau zu inspizieren, wen sie wegen welcher Schuld gegen das Türkentum verklagen könnte.
Das Geschwür, dass dieses Land bildet hat schon so viele Metastasen in der Zivilbevölkerung und der Medienlandschaft gebildet, dass eine Heilung nicht mehr möglich ist.
Man hat die Reden und die Aufnahmen in das Dossier der Staatsanwaltschaft gelegt, dass die Schliessung der Partei fordert. Wieder eine Schliessung.

Man darf aber nie vergessen, dass eine Schliessung eine neue Geburt, neue Kraft und neue Erfahrung in sich birgt. Der Terror der Türkei ist seit Jahren stetig und gleich bleibend gewesen.

Auch wenn die Homepage der DTP von der „tahribat.com“ gehackt wird, auch wenn man dort osmanische Märsche vorgefunden hat – das Herz des kurdischen Volkes ist und bleibt Kurdistan, Freiheit und Gerechtigkeit.

Weiter wundert es mich, warum nicht endlich der Geist von Atatürk auftaucht. Er wird ja für jeden Schritt genutzt, wäre ich an seiner Stelle, wäre ich schon lange mal vorbei gekommen, um zu sehen, was sein Erbe da mal anstellt.

QUELLE: ANF, Übers. golan

Publiziert am: Freitag, 21. März 2008 (5239 mal gelesen)
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